Ausgabe Januar 2020

Im Zeitalter der Verwüstung

Vom notwendigen Ende einer Epoche

Im Zeitalter der Verwüstung

Bild: imago images / Future Image

2019 war das Jahr, in dem kein Tag verging, ohne neue Klimakatastrophenmeldungen: Brandherde in Bolivien, so groß wie zwei Bundesländer, gestorbene Gletscher auf Island, Dürre im Sudan, tausende Hitzetote in Europa, 700 Millionen Euro Ernteschäden in Deutschland, Venedig unter Wasser wie lange nicht, und immer dramatischere Zahlen. Der Weltklimarat meldete: Selbst wenn alle Staaten ihre Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen einhalten, wird die Erde am Ende des Jahrhunderts mehr als drei Grad wärmer sein; somit wächst die Gefahr, dass Kipppunkte erreicht werden, nach denen das Abschmelzen der Westantarktis nicht mehr zu stoppen sein wird. Damit beträten wir dann das Reich des Unvorhersagbaren. Die Vereinten Nationen reden bereits von 200 Millionen Klimaflüchtlingen schon in dreißig Jahren. Ende November rief das europäische Parlament schließlich den Klimanotstand aus. 2019 ist damit auch das Jahr, nach dem niemand, der Zeitung liest, Radio hört oder YouTube schaut, noch sagen kann, er habe es nicht gewusst.

Dies war auch das Jahr, in dem Greta Thunberg am Bug eines Schiffs mit schwarzen Segeln und Wimpeln mit den deutschen und schwedischen Farben sowie den Sternen der EU, den Blick nach vorn gerichtet, in den Hafen von New York einfuhr, vorbei an der Freiheitsstatue. Das Bild ging um die Welt: ein hoch pathetisches Bild, egal ob inszeniert oder nicht, eine Ikone, von weitem grüßt Delacroix‘ Freiheitsgöttin.

Januar 2020

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