Ausgabe April 1991

Die Finanzierung des Golfkrieges

"Für Amerika sind die Kriegskosten zwar nicht gleich Null, aber sie sind nicht hoch", meinte Charles Schulz von der amerikanischen Brooking Institution mit geradezu britischem Unterstatement.

In der Tat scheint der Golfkrieg für die USA ein großer wirtschaftlicher Erfolg zu sein. Geführt und gewonnen nach dem Muster von Indianerkriegen - den Gegner mit überlegener Waffentechnik mit minimalen eigenen Verlusten abschlachten - hat er den USA zahlreiche unmittelbare wirtschaftliche Vorteile gebracht: - Wenn über Ölpreise gesprochen wird dürften die USA in Zukunft indirekt mit am Tisch der OPEC sitzen. Und sie sind nach wie vor der größte Energieverbraucher der Welt. Mit einem Importbedarf von rund 350 Millionen Tonnen Rohöl jährlich profitieren die USA trotz einer Öl-Importquote von "nur" rund 45% absolut am meisten von niedrigen Ölpreisen.

Am Golf wurde eben auch der extrem energieverschwenderische Lebensstil der USA verteidigt. - Kuwait mit einem geschätzten Wertpapiervermögen von 100 Mrd. Dollar, aber auch Saudi-Arabien und andere bevölkerungsarme Ölscheichtümer haben einen großen Teil ihrer Kapitalanlagen in USamerikanischen Wertpapieren angelegt und helfen so mit, das Leistungsbilanzdefizit der USA zu finanzieren. Dies wird sicherlich so bleiben. - Amerikanische Unternehmen stehen an erster Stelle, wenn Kuwait wieder aufgebaut wird.

April 1991

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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