Ausgabe März 1993

Direktinvestitionen in Osteuropa

In den Reformländern Osteuropas und der ehemaligen Sowjetunion wurden und werden große Hoffnungen auf ausländische Direktinvestitionen gesetzt. Diese sollen nicht nur bei der Kapitalbildung helfen und die Zahlungsbilanz entlasten, sondern ebenso westliches Management Know how und Technologien bringen.

Schließlich knüpft sich daran auch die Hoffnung, besseren Zugang zu den Märkten des Westens zu finden. Bei der Modernisierung und Strukturanpassung der Volkswirtschaften wird Auslandsinvestitionen daher vielfach sogar eine zentrale Rolle zugeschrieben. Um den erwünschten Kapitalzustrom anzulocken, wurden in den letzten Jahren daher nicht nur alle Behinderungen für Auslandsinvestitionen beseitigt (Zulassung von hundertprozentigem Auslandsbesitz, Eigentums- und Transfergarantien); darüber hinaus wurden auch umfangreiche "positive Diskriminierungen" wie z.B. Steuererleichterungen zugesichert und staatliche Vorleistungen erbracht.

Ob diese Orientierung erfolgreich ist, kann allerdings bislang noch nicht entschieden werden. In den letzten Jahren sind in der Fachpresse immer wieder widersprüchliche Meldungen über den Umfang und die Dynamik westlicher Investitionen in Osteuropa zu lesen. Erfolgsmeldungen und enttäuschte Stimmen waren und sind gleichermaßen zu registrieren.

März 1993

Sie haben etwa 14% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 86% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Erfahrung der Freiheit: Die Kinder von Tschernobyl

von Olga Bubich

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl traf die armen Regionen in Belarus besonders hart. Gut eine Million Kinder aus den verstrahlten Gebieten konnten über humanitäre Programme jahrelang ein paar Wochen in anderen europäischen Ländern verbringen.