Ausgabe Dezember 1995

Zur Lage der europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie

1. Internationale Stellung: Europäische Positionsgewinne

Zur Luft- und Raumfahrtindustrie (LRI) zählen nach den Statistiken der EU, die auf Angaben der nationalen Verbände beruhen und sich teilweise von denen des Statistischen Bundesamtes unterscheiden, die Entwicklung und Herstellung von Flugzeugkörpem (oder -zellen), -triebwerken und -ausrüstungen sowie von Raumfahrzeugen aller Art. Die Branche zeichnet sich durch einen hohen Anteil qualifizierter Arbeitskräfte (Ingenieure und Techniker), einen hohen Anteil an Lieferungen für den Staat (Verteidigungsministerien und staatliche Fluggesellschaften) sowie eine hohe nationale Konzentration aus. Sie gehörte in den 70er und 80er Jahren zu den besonders schnell wachsenden Sektoren der Wirtschaft. Zu Beginn dieses Jahrzehnts ist sie jedoch in eine tiefe Krise geraten. Hauptursachen waren neben der hektischen Investitions- und Übernahmeaktivität der 80er Jahre ein - im wesentlichen zyklischer, aber auch durch politische Ereignisse wie den Golfkrieg bedingter - Rückgang der Nachfrage nach Passagier- und zivilen Transportflugzeugen und das gleichzeitige Absacken der militärischen Beschaffungsaufträge nach dem Ende des Kalten Krieges. Die längerfristigen Veränderungen des Dollarwechselkurses spielten demgegenüber bei dieser Krise keine wesentliche Rolle: Wie die Entwicklung der Beschäftigten zeigt (vgl.

Dezember 1995

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