Ausgabe April 1996

...schon ab 12 Pfennig

Die Öffnung des deutschen Telekom-Marktes

Am 1. Januar 1998 wird der Telekommunikationssektor in Europa liberalisiert. Doch bereits zum 1. Juli dieses Jahres öffnet auf Drängen der EU-Kommission in Deutschland der Markt für sogenannte "alternative Netze".

Dann dürfen Unternehmen ihre firmeninternen Telefon- und Datennetze der öffentlichen Nutzung zugänglich machen, d.h. vermarkten. Durch die Postreform war die Deutsche Telekom zu Beginn des vergangenen Jahres von einer Behörde zu einer Aktiengesellschaft im Bundesbesitz verwandelt worden. Für den Herbst 1996 plant sie nun den Börsengang. Alle reden von Multimedia, Informationsgesellschaft und Internet, wenige aber von Verlierern oder einfach von Oma an der Strippe. Die Schattenseiten des Liberalisierungskurses sind allerdings unübersehbar: Erhöhung der Telefongebühren im Ortsnetz, rasanter Arbeitsplatzabbau bei der Telekom (Planung: 60 000 von 210 000, 35 000 bis zum Jahre 2000), Abbau von Telefonzellen auf dem Lande u.v.m. Die ganz große Koalition von CDU/FDP und SPD wird höchstwahrscheinlich bis Ende Juni das Telekommunikadonsgesetz (TKG) durchpauken. Damit entscheiden sich in wenigen Monaten die Strukturen des Telekommunikationssektors der Zukunft.

Wettbewerb zu zweit oder zu dritt?

Die für Telekommunikation zuständigen Minister und Senatoren der Länder hatten mit Beschluß vom 12.

April 1996

Sie haben etwa 5% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 95% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe März 2026

In der März-Ausgabe spannt sich der Bogen von der Antike bis zur Gegenwartskrise: Markus Linden zeigt, wie die Neue Rechte Platon und Cicero für ihre antiliberale Propaganda vereinnahmt. Maike Albath beleuchtet, wie Giorgia Meloni der italienischen Rechten ein vermeintlich harmloses, mütterliches Image verleiht. Antje Schrupp bilanziert die Politik der Gleichstellung und fragt, wie weibliche Freiheit in einem postpatriarchalen Zeitalter neu gedacht werden kann. Zum Holocaust-Gedenktag fordert die Auschwitz-Überlebende Tova Friedman in einem eindringlichen Appell entschlossenes Handeln gegen den wieder aufblühenden Antisemitismus. Eva Illouz diskutiert mit Dieter Thomä, wie im Schatten des Gazakrieges die Voraussetzungen für eine friedliche Zukunft in Nahost geschaffen werden könnten. Wolfgang Zellner analysiert, wie Europa angesichts des drohenden Zerfalls der Nato seine Souveränität bewahren kann. Robert Misik plädiert für einen radikalen Linksliberalismus als Antwort auf den rechten Autoritarismus. Und während Jochen Ahlswede 15 Jahre nach Fukushima vor einer Entmachtung der Atomsicherheitsbehörden warnt, fragt Frank Adloff, wie sich eine ökologische Zukunft trotz multipler Krisen offenhalten lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema