Ausgabe Januar 2015

Eine Familie im »Jahrhundert der Katastrophen«

Bild: VSA-Verlag

Der Kapitalismus kann und darf nicht das letzte Wort der Geschichte sein.“ Dieser Satz aus Theodor Bergmanns im Jahr 2000 erschienener Autobiographie, „Im Jahrhundert der Katastrophen“, eint die acht Geschwister der Familie Bergmann-Rosenzweig und ihre Vettern und Cousinen in der Tschechoslowakei. Sie alle fochten auf ihre je eigene Art und Weise für eine der drei großen progressiven ideologischen Strömungen der Zeit – Sozialismus, Zionismus und Kommunismus. Ihre wechselvollen Lebenswege beschreibt Theodor Bergmann nun in seinem neuen Buch „Sozialisten, Zionisten, Kommunisten. Die Familie Bergmann-Rosenzweig – eine kämpferische Generation im 20. Jahrhundert“.

Allesamt vor 1918 geboren, wuchsen Theodor Bergmann und seine sieben Geschwister in einer Zeit der Umbrüche auf: Die russische Oktoberrevolution, neue Grenzziehungen und Nationalstaaten in Osteuropa, der Siegeszug des Faschismus in Italien und anderen europäischen Ländern und nicht zuletzt die Zerstörung der Weimarer Republik, die in der „Machtübertragung“ an die NSDAP 1933 und im Zweiten Weltkrieg gipfelte, dem der Kalte Krieg und die Gründung des Staates Israel folgten. All diese Faktoren fließen in die facettenreiche Familiengeschichte ein, die Theodor Bergmann in Einzelporträts erzählt.

Er selbst, als siebtes Kind seiner Eltern am 7.

Sie haben etwa 15% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 85% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Juni 2026

In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Über den Verfassungspatriotismus hinaus

von Meron Mendel

Während des Historikerstreits 1986 wehrte sich Jürgen Habermas erfolgreich gegen die Relativierung des Holocaust und hoffte, die Deutschen würden statt einer konventionellen Nationalidentität einen Verfassungspatriotismus entwickeln. Heute sollte dieses abstrakte Konzept mit konkreten Inhalten gefüllt werden.