Ausgabe August 1994

Rückkehr zu Normalität und Weltmachtdenken

Die Renaissance des Militärischen im neuen Deutschland

Die Renaissance des Militärischen im neuen Deutschland

Von Wolfram Wette Nach Redaktionsschluß dieser Ausgabe verkündete der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts seine Entscheidung über die Vereinbarkeit weltweiter Bundeswehreinsätze mit dem Grundgesetz. Wie verlautet, wies das Gericht die Klagen der Bundestagsfraktionen von SPD und FDP zurück und erklärte mit einfacher Mehrheit des Bundestags beschlossene militärische Einsätze im Rahmen internationaler Organisationen für grundgesetzkonform. Wir werden auf die Entscheidung und ihre Konsequenzen zurückkommen. Den nachstehenden Beitrag entnehmen wir aus gegebenem Anlaß dem im September im Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt/M., erscheinenden Buch: Hans-Martin Lohmann, Extremismus der Mitte. Vom rechten Verständnis deutscher Nation. Autor, Herausgeber und Verlag danken wir für die freundliche Genehmigung zum Vorabdruck. D. Red. Am Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich die Generäle der deutschen Wehrmacht hinter Stacheldraht. Dieser symbolisierte ihre vollständige Entmachtung nach jahrelanger exzessiver Betätigung der Vernichtungsmaschinerie. Dem Machtverlust, erzwungen nicht durch das eigene Volk, sondern von außen, durch die alliierten Siegermächte, folgte ein rapider Ansehensverlust des Militärs in der Bevölkerung. Die nach dem Ersten Weltkrieg populäre pazifistische Parole "Nie wieder Krieg!" wurde nach dem Zweiten verschärft.

August 1994

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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