Ausgabe August 1994

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik vom 6. Juni bis 5. Juli 1994

6.6. - F r a n k r e i c h. Staats- und Regierungschefs aus sechs europäischen Ländern, den USA und Kanada nehmen auf Einladung der französischen Regierung an den Feierlichkeiten anläßlich des 50. Jahrestages der Landung alliierter Streitkräfte in der Normandie (D-Day) bei der Gedenkstätte auf Omaha Beach teil.

Medienkritik

Micro und soft

Die Kids sind im Kommen im Hollywoodfilm, und vielleicht ist das ja ein Schritt hin zu einem neuen Realismus, denn wenn seine Helden schon das geistige Reflexionsniveau und die Bedürfnisstrukturen von Kindern haben, dann ist es vielleicht glaubwürdiger, die Elfjährigen selber ran zu lassen.

Kommentare

Der Chef der Einwanderungsbehörde

Es ist schon ein symbolischer Akt, wenn das Zentralorgan der deutschen Bourgeosie, die "Frankfurter Allgemeine", eine Serie unter dem Titel "What's right?" nicht von Joachim Fest, Henning Ritter oder einem großen rechten Professor abschließen läßt, sondern von einem Politiker, von Wolfgang Schäuble.

Ärzte zwischen Ethik und Monetik

Die Bestechungsgelder, die an Herzchirurgen fließen, sind nur die kriminelle Spitze eines legalen Eisbergs. Chefärzte verdienen zusätzlich zu ihren BAT-I-Gehältem Millionen an den Privatpatienten und entziehen dafür ihre Arbeitskraft dem allgemeinen Versorgungsauftrag ihres Krankenhauses.

Partnerschaften im sicherheitspolitischen Vakuum

Die Unterzeichnung des "Partnerschaft für den Frieden" genannten Abkommens zwischen den Staaten der NATO, Nachfolgestaaten der Sowjetunion und Staaten des ehemaligen Warschauer Paktes, insbesondere die Unterzeichnung durch Rußland, werden überwiegend als sicherheitspolitischer Fortschritt für Europa betrachtet.

Wirtschaftsinformation

Globalisierung oder Blockbildung?

Als das wichtigste Kennzeichen des gegenwärtigen Kapitalismus gilt vielfach das hohe Niveau und die anhaltende Dynamik seiner Internationalisierung. Seit Beginn der 50er Jahre wächst der internationale Handel schneller als die Weltproduktion; er umfaßt mehr und mehr auch den Dienstleistungssektor.

Umweltinformation

Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente der Stabilitätskonferenz in Paris am 26. und 27. Mai 1994

Auf Initiative der Europäischen Union, die einen entsprechenden Vorschlag des französischen Ministerpräsidenten Balladur aufgriff, fand in Paris am 26. und 27. Mai 1994 die Eröffnungskonferenz über einen Stabilitätspakt für Europa statt. Teilnehmer waren die Mitgliedstaaten der KSZE sowie Vertreter mehrerer internationaler Organisationen.

Rußland in der Partnerschaft für den Frieden

Am 22. Juni d.J. unterzeichnete der Außenminister der Russischen Föderation, Andrej Kosyrew, in Brüssel das Rahmendokument der "Partnerschaft für den Frieden (Wortlaut in "Blätter", 2/1994, S. 244 f.).

Analysen und Alternativen

Beschäftigungsfaktor Waffenexport

Im Zeichen der weltweiten Absatzkrise der Waffenproduzenten hat in der Bundesrepublik Deutschland eine Auseinandersetzung um die Liberalisierung und europäische Harmonisierung der Exportkontrollen eingesetzt *).

Geschichte und Gegenwart der ruandischen Tragödie

In Ruanda, hören wir, sind binnen weniger Wochen 500 000 Menschen abgeschlachtet worden, unbewaffnete Zivilbevölkervng zumeist. Die Dimension des Massakers übertrifft wohl alles, was in den vergangenen Jahren auf dem Balkan, am Persischen Golf oder an anderen Brennpunkten weltweiter Empörungs- und Interventionsbereitschaft geschah.

Der Pyrrhussieg der Patriotischen Front in Ruanda

Die schrecklichen Ereignisse in Ruanda und die ungesicherte Entwicklung in Burundi - auch dort muß man jeder Zeit mit neuen Auseinandersetzungen rechnen - stehen in einer jahrzehntelangen Spirale der Gewalt. Die Elite der jungen Staaten Ruanda und Burundi ist seit der Kolonialzeit mit einer rassistischen Ideologie indoktriniert worden.

Erbfolgestreit mit Überraschungen

In Frankreich finden im Frühjahr 1995 Präsidentschaftswahlen statt. Die konservativen Parteien scheinen das Rennen bereits gemacht zu haben. Nur noch interne Streitigkeiten oder aber eine Zusammenballung der durchaus vielfältigen sozialen Proteste der vergangenen Monate können ihnen den Weg verlegen. Erstgenanntes scheint dabei wahrscheinlicher.