Für die Europäer westlich und östlich des ehemaligen "Eisernen Vorhangs" entstanden aus der Abdankung des osteuropäischen Systems des Sozialismus eine ganze Reihe ganz neuer Probleme. Ihnen eröffneten sich völlig neue Einsichten in die politisch-ökonomische Lage ihres Kontinents und dessen bislang hinter dem ideologischen Schleier von Systemkonfrontation und Kaltem Krieg verborgene - Entwicklungslogik. Marktwirtschaft und Prosperität, die nun nach den Verheißungen des sich fast unwidersprochen zum historischen Sieger erklärenden wilsonistischen "Internationalismus" sofort ungehindert und segenbringend auf ganz Europa hätten übergreifen sollen wie ein mächtiger Fluß nach dem Dammbruch, stießen sofort an scheinbar ganz unmarktwirtschaftliche Grenzen: Die Europäische Gemeinschaft - auf dem Weg zur Europäischen Union - mußte im Osten als mitnichten für jeden offener Club zur Kenntnis genommen werden, offen nicht einmal für die, die guten Willens und bereit sind, Staatseigentum in Privateigentum verwandeln zu lassen.
Alle paar Jahrzehnte erlebt Europa einen Moment, an dem seine politischen Strukturen nicht mehr in die Zeit passen. Diese Momente haben die EU zu dem gemacht, was sie heute ist.