Ausgabe Mai 1998

Für ein Israel der Gegenwart

Eli Löbel oder Eine politische Gegenbiographie

In den Debatten um Israel und den Zionismus artikulierte sich das Dilemma linker, jüdischer und nichtjüdischer Intellektueller in diesem Jahrhundert: die Spannung zwischen Universalismus und Partikularismus, konkreter Parteinahme und allgemeinen Prinzipien, Verantwortung für die antisemitische Struktur der eigenen Gesellschaft und beanspruchter Verantwortung für die ganze Welt." So Micha Brumlik im Vorwort des von ihm unter dem Titel "Mein Israel" edierten Sammelbandes, der aus Anlaß des 50. Jahrestags der Gründung des Staates Israel in diesem Mai erscheint (Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M.). Mit freundlicher Genehmigung von Autor, Herausgeber und Verlag haben wir unter den "21 erbetenen Interventionen", die der Band versammelt, die folgende zum Vorabdruck ausgewählt. In der "Gegenbiographie" des Eli Löbel gelingt es Dan Diner, wie wir finden, die zitierte These eindringlich zu veranschaulichen. Titel und Anmerkungen der "Blätter"Version stammen vom Verfasser. - D. Red.

Platos Höhlengleichnis steht für verschobene Abbildung als Form von Erkennen wie Erkenntnis. Eli Löbels politisches Leben steht für eine verschobene Biographie Israels. Und sie mündet in einen Satz der Erkenntnis von dialektischer, befreiender Wucht.

Mai 1998

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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