Ausgabe November 2002

Palästina zwischen Reformen

Mit dem Angriff der israelischen Armee auf das Hauptquartier der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) in Ramallah im September, der Zerstörung nahezu aller zugehörigen Gebäude und der Belagerung des palästinensischen Präsidenten Arafat und seiner Entourage sind sowohl die jüngeren Ansätze von Reformen in den palästinensischen Gebieten als auch die internationalen Bemühungen um einen baldigen Wiedereinstieg in einen Friedensprozess vorerst zunichte gemacht worden. Nach wie vor besteht die Gefahr einer Deportation oder Liquidierung Arafats durch die israelische Armee - entsprechende Übungen wurden im Oktober durchexerziert.

Ein solches Vorgehen könnte durchaus zu chaotischen, wenn nicht anarchischen Zuständen in den palästinensischen Gebieten und zu einer massiven Zunahme bewaffneter Anschläge gegen israelische Ziele führen. Vor diesem Hintergrund stellen sich vor allem folgende Fragen: Welche Position nimmt Arafat im politischen System Palästinas ein und wie hat sich seine Stellung im Zuge der zweiten Intifada verändert? Wer kommt nach Arafat und welche Konsequenzen sind mit einer neuen Führung für den israelisch-palästinensischen Konflikt zu erwarten? In den Medien wird Arafat neuerdings oft als Diktator und die PA als korrupte, ineffiziente und terrorfördernde Einrichtung beschrieben.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema Naher und Mittlerer Osten