Ausgabe April 2020

Christchurch, Halle, Hanau: Vom Online-Hass zum rechten Terror

Trump-Pepe mit Gewehr

Bild: The Morris

Am 19. Februar 2020 werden Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kalojan Velkov, Vili Viorel Păun und Fatik Saraçoğlu getötet – erschossen, weil der Mörder sie für Muslime, für nicht deutsch gehalten hatte.

Der Täter von Hanau paarte seine Wahnvorstellungen mit einem zutiefst rassistischen Denken: Er schrieb und sprach im Internet von „Rassen“ und Kulturen, die zu eliminieren seien, von Volksgruppen, deren Existenz ein grundsätzlicher Fehler sei. Diese Überzeugung setzte er letztlich in die Tat um. Seine Verschwörungstheorien gaben ihm dabei Halt und die Gewissheit, das Richtige zu tun.[1] Und auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt nicht klar ist, ob und inwiefern der Täter mit anderen Personen in Kontakt stand und in welchen Communities er sich online bewegte, so zeigt auch der Anschlag von Hanau: Verbinden sich Rassismus und Verschwörungstheorien, entsteht ein wirkmächtiges Weltbild, das aus Redenden und Schreibenden auch Handelnde zu machen vermag. Nach einer Welle rechten Terrors in den vergangenen Monaten ist auch in Deutschland das Bewusstsein gewachsen, dass Netzkulturen zur rechten Mobilmachung und Radikalisierung beitragen. Und dass diese Wechselwirkung zwischen Netzkulturen und rechtsextremer Ideologie Folgen hat – nicht selten tödliche.

In besonders eindringlicher Weise belegt dies das 35minütige Video, das der Attentäter von Halle am 9.

April 2020

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