Ausgabe August 2020

Black Votes Matter

Wie die Republikaner vorbestrafte US-Bürger ihres Wahlrechts berauben

Afroamerikanischer Gefangener in Handschellen hinter Gittern

Bild: LightFieldStudios

Der Afroamerikaner Desmond Meade aus Florida verbüßte ab 2001 eine langjährige Haftstrafe unter anderem wegen Drogendelikten und illegalen Waffenbesitzes. Nach seiner Entlassung war er obdachlos, bis er mit Hilfe einer Wohltätigkeitsorganisation seinem Leben eine radikale Wende gab und schließlich erfolgreich die Florida International University Law School absolvierte. Rechtsanwalt Meade durfte im November 2018 nicht an den Midterm-Wahlen zum US-Kongress teilnehmen, weil der sunshine state verurteilten Straftätern das Wahlrecht auf Lebenszeit entzieht.

Auch Dennis Hopkins aus Mississippi hat sein Wahlrecht infolge einer Verurteilung wegen schweren Diebstahls verloren. Seine rund vierjährige Haftstrafe liegt nahezu zwanzig Jahre zurück, seither kam er nie wieder mit dem Gesetz in Konflikt. Er ist Chef einer Abschleppfirma, die Hälfte der acht in seinem Haushalt lebenden Halbwüchsigen sind Pflegekinder, er engagiert sich als Coach der örtlichen Jugendfußballmannschaft und war mehrere Jahre lang Kommandeur der lokalen Feuerwehr.

Dies sind zwei extreme Fälle aus der imposanten Menge von mehr als sechs Millionen US-Bürgern, denen aufgrund der geltenden Gesetze zum Zeitpunkt der letzten Kongresswahl die Ausübung des Stimmrechts untersagt war.

August 2020

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