Ausgabe Juli 2020

Ganz normal in Deutschland: Rassismus in der Polizei

Menschen demonstrieren in Gedenken an George Floyd in der Nähe der amerikanischen Botschaft am Pariser Platz in Berlin, Deutschland, 31. Mai 2020.

Bild: imago images / ZUMA Wire

Nach dem von Polizisten verursachten gewaltsamen Tod George Floyds in Minneapolis wird endlich auch in Deutschland über Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze diskutiert. Das ist längst überfällig, denn es ist kein neuartiges Problem und besteht erst recht nicht nur in den USA. Der Unterschied zu früher ist lediglich, wie der US-Schauspieler Will Smith sagte, dass heute solche Vorgänge gefilmt werden. Und dass es soziale Medien gibt, mit denen all jene nun eine weltweite Öffentlichkeit erreichen, die lange Zeit über kein Sprachrohr verfügten.

Das trifft auch auf mich zu. Für mich kommt das alles nicht überraschend. Wer mich auf der Straße sieht, weiß nicht, ob ich an der Sorbonne studiert habe oder ob ich ein „Nigger aus der Hood“ bin. Ich glaube, es gibt auch in Deutschland viele, die unterstellen, dass ich eher Letzteres bin – wie vielleicht auch vor gut zwei Jahren.

Am 2. Mai 2018 machte ich im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als freier Journalist am Bertha-von-Suttner-Platz in Bonn eine Fotoaufnahme von einem Polizeifahrzeug, das einen Unfall mit einem Taxi verursacht hatte. Ich habe daraufhin den Polizeiwagen fotografiert. Sofort kam ein Polizist zu mir und untersagte mir das Fotografieren. Ich erklärte ihm, dass ich Journalist und befugt bin, Polizeiarbeit zu dokumentieren, und dies selbst als Bürger wäre.

Juli 2020

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