Ausgabe Dezember 1998

Staatsangehörigkeit und Bürgerrechte

Zur Zeit sieht es so aus, als könnte sich der Streit um die "doppelte Staatsangehörigkeit" in absehbarer Zeit erledigt haben. Das macht es jedoch keineswegs überflüssig, sich darüber Rechenschaft abzulegen, um was es eigentlich dabei geht. Es wäre mehr als fatal, die Debatte auf die Frage zu reduzieren, wie weit man den "ausländischen Mitbürgern" bei der Verleihung der deutschen Staatsangehörigkeit entgegenkommen kann. Das würde sie auch als Eingebürgerte weiterhin zum Spielball populistischer Demagogen machen. Wer das verhindern will, dem muß an der Einsicht gelegen sein, daß hier nur beiläufig darum gestritten wird, zu welchem Preis die deutsche Staatsangehörigkeit zu haben sein soll, daß aber vor allem strittig ist, was das unverzichtbare Gemeinsame ist, das alle diejenigen verbindet, die Bürger dieser Republik sind und die das Grundgesetz schlicht als "Deutsche" bezeichnet.

Die Ausschließlichkeit der Bürgerrechte

Staatsangehörigkeit verleiht Bürgerrechte. Den Bürger kennzeichnet, daß das politische Gemeinwesen ohne sein Handeln keinen Bestand haben kann.

Dezember 1998

Sie haben etwa 6% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 94% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Mai 2026

In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert. 

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema