Ausgabe Februar 2026

Absolutismus vs. Aufarbeitung

Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche

Kreuz auf einem Wörterbuch mit dem Wort »Missbrauch«, Symbolfoto: IMAGO / Christian Ohde

Bild: Kreuz auf einem Wörterbuch mit dem Wort »Missbrauch«, Symbolfoto: IMAGO / Christian Ohde

Als Anfang 2010 die ersten Fälle sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche bekannt wurden, war die öffentliche Empörung groß. Vonseiten der Kirche hingegen folgte jahrelanges Schweigen. Erst zehn Jahre später setzte sie in allen Bistümern Kommissionen zur Aufarbeitung ein. Doch deren Arbeit kollidiert immer wieder mit den tradierten Machtstrukturen in der Kirche – mit teils gravierenden Folgen für die Betroffenen.

Es hat sich etwas getan in der katholischen Kirche im Umgang mit sexuellem Missbrauch – aber es hat gedauert.« So fasst der »Südwestrundfunk« Ende Oktober 2025 den Umgang mit sexualisierter Gewalt im Bistum Trier zusammen. Anlass war die Studie der dortigen Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung (UAK) des sexuellen Missbrauchs. Zugleich stellte auch die UAK Augsburg das Ergebnis ihrer dreijährigen Arbeit im Bistumsarchiv Augsburg vor. Im Dezember folgte die Studie aus dem Bistum Passau.[1] Diese Kommissionen sind drei von insgesamt 23 unabhängigen Aufarbeitungskommissionen, die die deutschen Bistümer seit 2020 einberufen haben. Grundlage für ihre Arbeit ist die »Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche in Deutschland«[2] (GE).

»Blätter«-Ausgabe 2/2026

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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