Gefahr von rechts | Blätter für deutsche und internationale Politik

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Gefahr von rechts

In Ost und West wächst die Bedrohung durch die extreme Rechte. Ihr Vokabular dringt bis in die Mitte der Gesellschaft vor, ihre Vertreter sitzen in den Parlamenten. Rechte Gewalt nimmt zu, vom Übergriff bis zum ausgewachsenen Terrorismus. Wie lässt sich dem Einhalt gebieten?

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Foto: imago images / snapshot

Das Fanal von Halle: Der neue, alte Antisemitismus

von Christian Bangel
Mit den Morden von Halle hat der Judenhass in Deutschland ein neues Fanal gesetzt. Nun kann man hoffen, dass die Tat Wirkung zeigt, dass sie so etwas wie eine Selbstüberprüfung der gesellschaftlichen Mitte auslöst. Doch bisher deutet wenig darauf hin. […]
Foto: imago images / Eibner

Andreas Kalbitz: Der neue Rechtsaußen

von Christoph Schulze und Gideon Botsch
„Er riskiert eine kesse Lippe und singt dann sicher auch mal ein unkoscheres Lied“, urteilte ein Neonazi im Herbst 1995 auf dem einschlägigen „Thulenetz“ über den jungen Andreas Kalbitz. […]
Foto: Henning Schlottmann (User:H-stt), „Kein Schlussstrich 5542“, cropped https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kein_Schlussstrich_5542.jpg(CC BY-SA 4.0)

Rechter Terror oder: Die doppelte Vertuschung

von Thomas Moser
Wenn nun, nach der Ermordung des hessischen Regierungspräsidenten Walter Lübcke, von einer „neuen Qualität des rechten Terrors“ die Rede ist, dann handelt es sich dabei um eine gefährliche Begrifflichkeit. Denn sie verharmlost die „alte Qualität“ des rechten Terrors. […]
Foto: imago images / Michael Trammer

Lübcke-Mord: Terror aus dem »führerlosen Widerstand«

von Martín Steinhagen
„Wenn die Berichte zum Fall #Lübeck [sic] zutreffen, dann war es kaltblütiger rechtsextremer Mord. Das haben wir seit den NSU-Morden nicht mehr für möglich gehaltenen [sic].“ Das twitterte Wirtschaftsminister Peter Altmaier am 17. […]

NSU 2.0: Braune Reviere, braune Kasernen?

von Daniel Leisegang
Der Nationalsozialistische Untergrund ist – zumindest dem Namen nach – zurück. Allerdings versteckt er sich dieses Mal nicht in einem Wohnmobil in Zwickau, sondern mutmaßlich in den Revieren der hessischen Polizei. […]

»Die Rechte«: Von der Holocaustleugnung zum Terror

von Hendrik Puls
Auf die Frage nach den zentralen Akteuren und Profiteuren des aktuellen Rechtsrucks fällt die Antwort meist eindeutig aus: die Alternative für Deutschland (AfD). Die Neonazi-Szene scheint hingegen eher am Rande zu stehen. […]

Folgenloses Erschrecken: Sachsen als Exempel

von Annett Mängel
Chemnitz hätte ein Weckruf sein können. Ein Aufbruch zu einem breiten Bündnis gegen Rechtsextremismus, Unmenschlichkeit und Gewalt. Doch was wird bleiben von dem Erschrecken, das die Republik erfasst hat angesichts der Aufmärsche hunderter gewaltbereiter Hooligans und Rechtsextremer in Chemnitz, derer die Polizei zwei Tage in Folge nicht Herr wurde?  […]

AfD: Im Parlament gegen das Parlament

von Gideon Botsch
Die Verfassungsschutzämter von Bund und Ländern diskutieren derzeit kontrovers darüber, ob die Alternative für Deutschland (AfD) oder einzelne Strömungen und Gliederungen der Partei wegen verfassungsfeindlicher Bestrebungen beobachtet werden müssen. […]
Foto: Screenshot Zukunft Heimat e.V. (Facebook)

Cottbus oder der rechte »Bürgerkrieg«

von Christoph Schulze
„Cottbus kommt nicht zur Ruhe“ – so oder ähnlich titeln seit Anfang des Jahres viele Medien, wenn sie über die Situation in der südbrandenburgischen Stadt berichten. Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Deutschen und Ausländern seien im „Brennpunkt Cottbus“ – so eine häufig anzutreffende Wendung – Alltag. […]

Von Aufklärung keine Spur: 20 Jahre NSU-Komplex

von Maximilian Pichl
Voraussichtlich im Frühjahr 2018 wird es im Münchner NSU-Prozess gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe und vier weitere Angeklagte zu einem Urteil kommen. Bereits am 4. November 2017 jährte sich zum sechsten Mal die Aufdeckung des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). […]

Ostdeutsche Lebenslügen

von Michael Lühmann
Was ist da bloß los in Dresden, in Sachsen, in Ostdeutschland angesichts der immensen AfD-Erfolge? Schnell werden die alten Erklärungsmuster präsentiert, etwa die vom im Zuge der Transformation zurückgelassenen, wütenden, an den Verhältnissen leidenden Ostdeutschen, im Brennglas verdichtet und pathologisiert in der Figur des ostdeutschen Mannes. […]

Propaganda 4.0 – Die Erfolgsstrategie der AfD

von Johannes Hillje
Seit dem 24. September sitzt zum ersten Mal seit über 60 Jahren eine Partei im Deutschen Bundestag, die offen rassistische und rechtsextreme Positionen vertritt. Der erstaunliche Sieg der AfD ist in erster Linie ein Erfolg ihrer Medienstrategie. […]
Foto: Ausschnitt des Wahlplakats der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), 1924

Die Rechte auf dem Vormarsch: Von Reichsbürgern bis AfD

von Frank Jansen
Alls im Oktober 2016 der Reichsbürger Wolfgang P. im fränkischen Georgensgmünd einen Polizisten erschoss, schreckte ganz Deutschland auf. Bis dahin hatte kaum jemand von dieser ominösen Vereinigung gehört. Zwar hatte die brutale Mordserie des NSU das Bewusstsein für den Rechtsextremismus aus der Zeit nach 1989 geschärft. […]

Verdunklung als Prinzip: Geheimdienste und rechter Terror

von Martina Renner und Sebastian Wehrhahn
Fünf Jahre nach der Selbstenttarnung des NSU sind dessen Hintergründe noch immer nicht aufgeklärt – trotz zahlreicher parlamentarischer Untersuchungsausschüsse, die genau zu diesem Zweck in Bund und Ländern eingerichtet wurden. […]

Die Politik des Ressentiments

von Reinhard Olschanski
Hass, Wut und Ressentiment, lange nicht wahrgenommen, aufgestaut oder schamhaft versteckt, bespielen die europäische Bühne. Kaum ein Land, in dem kein erbitterter Kulturkampf angezettelt werden soll – für das Abendland und gegen den Islam. Auch in Deutschland, lange Zeit vermeintliche Insel der Seligen, hat ein solcher Zeitgeist inzwischen massiv Einzug gehalten. […]

Systemfrage von rechts

Wie die Neue Rechte zum Widerstand aufruft

von Felix Korsch
Mit Pegida ist die neue rechte APO auch in der Bundesrepublik angekommen, und mit der AfD hat sie inzwischen ihr parlamentarisches Spielbein gefunden. Bislang weniger deutlich hervorgetreten ist die dahinterliegende politische Strategie der Neuen Rechten, in der das Recht auf Widerstand eine entscheidende Bedeutung spielt – es soll einen Systemwechsel von rechts begründen helfen. […]

»Mut zur Tat«: Der rechte Terror als neue deutsche Normalität

von Andrea Röpke
Derzeit stehen in München vier Mitglieder der „Old School Society“ vor Gericht. Sie planten laut Anklage, Sprengstoff mit Nägeln und Spiritus zu versetzen und damit Anschläge auf Moscheen und Flüchtlingsunterkünfte zu verüben. Dazu kam es glücklicherweise nicht, Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt griffen in diesem Fall rechtzeitig zu. […]

Die Empathie der Nachgeborenen

Wie man die »Last der Vergangenheit« abstreift

von Norbert Frei
Sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sind die Deutschen, die das „Dritte Reich“ getragen haben, und mehr noch jene, bei denen die Verantwortung für sein Zustandekommen lag, aus der Gesellschaft der Bundesrepublik längst verschwunden. […]

Das alte Denken der neuen Rechten

Mit Heidegger und Evola gegen die offene Gesellschaft

von Micha Brumlik
Daran, dass sich derzeit in beinahe allen Ländern Europas eine explizit rechte, nicht mehr nur konservative Grundstimmung verfestigt, kann kein Zweifel bestehen. Und dies dem Umstand zum Trotz, dass keineswegs alle Länder von den üblichen Ursachen derartiger Stimmungen betroffen sind. […]

Rechte Wutbürger

Pegida oder das autoritäre Syndrom

von Oliver Nachtwey
Pegida hat etwas geradezu Gespenstisches. Es war und ist eine verdrossene Menge, die auf den Straßen in Dresden und Leipzig spazierte, aber gefühlt marschierte, und „Wir sind das Volk“ und „Lügenpresse“ skandierte. […]

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