Ausgabe Juni 2011 | Blätter für deutsche und internationale Politik

LoginWarenkorb

Juni 2011

Kommentare und Berichte

Gefährlich prekär: Die neue FDP

von Albrecht von Lucke

Die Wahl von Philipp Rösler zum neuen FDP-Parteivorsitzenden markiert das Ende der Ära Westerwelle und eine tiefe Zäsur in der Geschichte des deutschen Parteiliberalismus. Guido Westerwelle hat die FDP geprägt wie vor ihm kein Vorsitzender außer Hans-Dietrich Genscher (1974-1985). […]

Irrlichter der Gesundheitspolitik

von Harald Weinberg

Auch unter dem neuen Gesundheitsminister, Daniel Bahr (FDP), werden wir weiterhin damit konfrontiert werden, dass es so nicht mehr weiter geht: Die Kosten des Gesundheitswesens explodieren. Wir müssen dringend nach Wegen suchen, den Kostenanstieg zu bremsen. Tabulos gehören deshalb alle Ausgaben für Gesundheit auf den Prüfstein. […]

Die andere Brückentechnologie

von Mohssen Massarrat

Wer geglaubt haben sollte, dass der atomare GAU in Fukushima zu einem globalen Umdenken führen würde, sieht sich keine drei Monate später bereits enttäuscht: In den Vereinigten Staaten, in Frankreich, China, Russland und Osteuropa ist von einem grundsätzlichen Umdenken keine Spur. […]

Portugal im Würgegriff

von Michael R. Krätke

Derweil sich ganz Europa voller Sorge über seinen Dauerpatienten Griechenland beugt, gerät ein anderes Land fast aus dem Blick: Portugal, das älteste europäische Imperium und der erste europäische Nationalstaat, ist als drittes Euroland unter dem Rettungsschirm gelandet. […]

Sarkozy und der „Marine-Le-Pen-Effekt"

von Bernard Schmid

Wird im kommenden Jahr auf den 21. April tatsächlich der 22. April folgen? Die Antwort auf diese Frage erscheint banal, doch sie hat eine tiefere Bedeutung. „Der 21. April“, gemeint ist jener des Jahres 2002, ist in der französischen Innenpolitik längst zum geflügelten Begriff geworden. […]

Islamische Republik Türkei?

von Dilek Zaptcioglu

In einer lauen Nacht im April d. J. bestieg ein junges Paar in Istanbul den städtischen Verkehrsbus. Es war kurz vor elf Uhr, um Mitternacht musste die Studentin in ihrem Heimzimmer hoch im Norden des Bosporus sein. Die jungen Leute setzten sich hin, und er legte zärtlich seinen Arm um sie. […]

Konservativer Durchmarsch in Kanada?

von Oliver Schmidtke

Zum vierten Mal in nur sieben Jahren waren die Bürgerinnen und Bürger Kanadas am 3. Mai zu einer landesweiten Wahl aufgerufen. Und was sich bereits zuvor drohend abgezeichnet hatte, trat tatsächlich ein: Die Conservative Party des amtierenden Premierministers, Stephen Harper, errang die absolute Mehrheit der Parlamentssitze. […]

Kolumne

Die USA am Scheideweg

von William Pfaff

Nach der Tötung Osama bin Ladens stehen die Vereinigten Staaten vor einer Entscheidung: Es gibt zwei Türen, die ihnen zwei unterschiedliche Wege in die Zukunft eröffnen. Welche Tür sie jetzt wählen, könnte über die Stellung entscheiden, welche die USA in der Geschichte unserer Zeit letztlich einnehmen werden. […]

Debatte

Der Krieg auf den Straßen

von Dieter Kaag

Im Zuge steigender Ressourcenknappheit wird endlich auch die „Automobilität“ in Frage gestellt, so von Harald Welzer („Blätter“, 11/2010). Allerdings wird dabei noch viel zu wenig die ganz alltägliche Gemeingefährlichkeit mancher Autos ins Visier genommen, findet Dieter Kaag.  […]

Buch des Monats

Jenseits von Karikatur und Travestie: Marx im 21. Jahrhundert

von Volker Gransow

Das Böse – ziemlich selten. Karl Marx – weitgehend im Recht. Wie das? War und ist nicht das Böse ubiquitär, „von Adam und Eva bis hin zu Abu Ghraib“ (John Banville) oder gar bis zu den Schüssen von Abbottabad im Mai 2011? […]

Kurzgefasst

Kurzgefasst

Bernd Greiner: Die Dekade der Angst  […]

Analysen und Alternativen

Die Dekade der Angst

von Bernd Greiner

Die Tötung Osama bin Ladens hat schlagartig die Bilder von 9/11 ins Gedächtnis gerufen und damit auch die Tatsache, welch globalen Einschnitt der 11. September 2001 bedeutete – für die islamische Welt, aber auch und besonders für ihre Wahrnehmung im Westen. […]

Libyen: Lizenz zum Töten?

von Reinhard Mutz

In Libyen, dem Land mit den reichsten Ölvorkommen Afrikas, herrscht bis heute je nach Blickwinkel ein exaltierter Autokrat oder ein skrupelloser Diktator. […]

Von Kairo bis Damaskus: Die Rückkehr des Volkes

von Heiko Flottau

Wenn es darum ging, Arabien von ausländischem, vorwiegend westlichem Einfluss zu befreien, tat Hafis al-Assad, Begründer der alewitischen Herrschaft[1] über Syrien und Vater des heutigen Präsidenten Baschar al-Assad, gerne einen Griff in die Geschichte. […]

Die Rückkehr der Demokratiefrage

von Michael Zürn

Wer über Perspektiven demokratischen Regierens im 21. Jahrhundert spricht, begibt sich auf das Feld der Vorhersagen, und die sind bekanntermaßen dann besonders gefährlich, wenn sie die Zukunft betreffen. […]

Die Postwachstumsgesellschaft

von Tim Jackson

Die Gesellschaft steckt in einer Zwickmühle. Dem Wachstum abzuschwören bedeutet, einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenbruch zu riskieren. Hemmungsloses Streben nach Wachstum heißt jedoch, die Ökosysteme zu gefährden, von denen langfristig unser Überleben abhängt. […]

Die Physikerin: Wie Angela Merkel dem Teufel begegnete

von Patrick Bahners

Angela Merkel vermittelt den Eindruck, dass sie die auf ihre Person gerichtete Neugier ungern bedient. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit lässt die Bundeskanzlerin allerdings den Verweis auf ihre berufliche Vergangenheit fallen. […]

Welches Deutschland braucht Europa?

von Ulrike Guérot

Deutschland ist ins Gerede gekommen – zumindest die deutsche Außen- und Europapolitik. Das Land in der Mitte des Kontinents, das jahrzehntelang der Stützpfeiler der europäischen Integration gewesen ist, scheint sich dieser zunehmend zu entziehen, Alleingänge zu wagen und aus Europa gleichsam herauszuwachsen. […]

Im Zweifel für die Frau

von Jens Reich

Um die Präimplantationsdiagnostik gibt es in der Öffentlichkeit, im Parlament und in der Regierung seit Jahren eine lebhafte Diskussion, deren gesellschaftspolitische und weltanschauliche Bedeutung die praktische bei weitem übersteigt: Eine Bürgerschaft von 80 Millionen streitet über ein medizinisches Verfahren, das allenfalls für einige hundert Menschen pro Jahr k […]

Pardon wird nicht gegeben

von Harald Welzer und Sönke Neitzel

Am 22. Juni 1941 griff das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion an. Vom ersten Tag an führte die Wehrmacht den Kampf mit großer Brutalität. Gleichwohl darf bezweifelt werden, dass die Soldaten, die am frühen Morgen des 22. Juni ihre Anordnungen erhielten, begriffen, welch ein Krieg ihnen bevorstehen würde. […]

Medienkritik

Die neuen Warhols

von Daniel Leisegang

Andy Warhol hat einst die Kunstwelt revolutioniert: Neben seinen Suppendosen und vielfarbigen Konterfeis waren es vor allem seine „Death and Disaster Paintings“, die ihn in den 60er Jahren weltberühmt machten. […]

Chronik des Zeitgeschehens

Chronik des Monats April 2011

1.4. – Elfenbeinküste. Milizen des gewählten und international anerkannten Präsidenten Ouattara setzen ihre Offensive fort und dringen in der Metropole Abidjan zum Palast des abgewählten Präsidenten Gbagbo vor (vgl. […]

top