Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente zum Zeitgeschehen

»Migranten und Geflüchtete leisten einen entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung«

Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, November 2021

Bei einer steigenden Zahl von Migrant_innen in Deutschland und gleichzeitig steigenden Fachkräftebedarfen liegt es nahe, der Frage nachzugehen, welchen Beitrag Migrant_ innen und Geflüchtete bereits heute zur Schließung der Fachkräftelücke leisten und an welchen Stellen es noch zusätzlicher Unterstützung bedarf, um die Arbeitsmarktintegration noch weiter zu verbessern.

»Die Agrarwende ist fundamental gescheitert«

Analyse von Foodwatch, 25.11.2021

Die Agrarwende von 2001 ist fundamental gescheitert. Nun wollen SPD, Grüne und FDP die Landwirtschaft dabei „unterstützen…, einen nachhaltigen, umwelt- und naturverträglichen Pfad einzuschlagen“. Die Kompromisse der von der alten Bundesregierung im Juli 2020 eingesetzten „Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) sind dafür allerdings kein guter Kompass.

»Neugeborene werden im Durchschnitt sieben Mal mehr Hitzewellen erleben als ihre Großeltern«

Pressemitteilung von ISIpedia, 22.11.2021 (engl. Originalfassung)

What is special about our study is that we integrate the exposure of an ‘average’ person in a birth cohort to extreme events across their lifetime. While bridging between climate science and demography, we can for the first time quantify, for example, lifetime exposure to extreme heat waves (the kind that would only occur once every 100 years under pre-industrial climate conditions).

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»Mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung lebt heute in regressiven Demokratien«

Bericht des International Institute for Democracy and Electoral Assistance, 22.11.2021 (engl. Originalfassung)

Democracy is at risk. Its survival is endangered by a perfect storm of threats, both from within and from a rising tide of authoritarianism. The Covid-19 pandemic has exacerbated these threats through the imposition of states of emergency, the spread of disinformation, and crackdowns on independent media and freedom of expression.

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»Das Zögern nepalesischer Behörden hat die Rechtsstaatlichkeit untergraben«

Gemeinsame Erklärung internationaler Menschenrechtsorganisationen, 20.11.2021 (engl. Originalfassung)

Nepal has made no progress on justice for crimes under international law in the 15 years since the signing of the Comprehensive Peace Agreement, Amnesty International, International Commission of Jurists, Human Rights Watch and TRIAL International said today. The 2006 agreement ended a decade of armed conflict in Nepal. To enable a credible transitional justice process, the Nepali government should put the needs of victims front and center and set out a clear timeline for holding meaningful consultations and upholding its legal obligations.

»Millionen Afghanen leben am Rande einer Katastrophe«

Erklärung der FAO, 19.11.2021 (engl. Originalfassung)

As the Afghan people confront widespread drought, the collapse of rural livelihoods and widespread economic upheaval, the Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) is providing critical life-saving assistance to farmers and herders, while urging far greater and immediate support for agricultural production.

»Die zunehmenden Umwelt- und Gesundheitsprobleme haben vielfach gemeinsame Wurzeln«

Factsheet des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, 18.11.2021

In den letzten Jahrzehnten hat sich mit steigendem Wohlstand die menschliche Gesundheit weltweit verbessert, aber nicht alle Menschen haben davon profitiert. In ärmeren Bevölkerungsgruppen verursachen Infektionskrankheiten sowie Mütter- und Kindersterblichkeit weiterhin viel vermeidbares Leid. Zunehmend führen aber auch die Wohlstandsgewinne selbst zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit.

»Wenn Unternehmen nicht zur Vermeidung von Abfällen verpflichtet werden, dann tun sie es auch nicht«

Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe, 17.11.2021

Deutschland hat einen neuen Höchststand beim Verpackungsmüll zu verzeichnen und bleibt damit Spitzenreiter in Europa. Das zeigen kürzlich veröffentlichte Zahlen des Umweltbundesamtes. Demnach fielen 2019 insgesamt 18,91 Millionen Tonnen an, 47.000 Tonnen Abfall mehr als im Vorjahr. Das entspricht einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 227,55 Kilogramm. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch in Europa liegt bei 177,38 Kilogramm. Befeuert wird der Trend zu immer mehr Verpackungen durch Einweg-to-go-Produkte, den wachsenden Onlinehandel und immer kleineren Verpackungsgrößen.

»Luftverschmutzung ist das größte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa«

Briefing der European Environment Agency, 15.11.2021 (engl. Originalfassung)

In 2019, air pollution continued to drive a significant burden of premature death and disease in the 27 EU Member States: 307,000 premature deaths were attributed to chronic exposure to fine particulate matter; 40,400 premature deaths were attributed to chronic nitrogen dioxide exposure; 16,800 premature deaths were attributed to acute ozone exposure.

Premature deaths attributed to air pollution decreased in 2019 in relation to 2018. 

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»Einmal mehr in der Pandemie ist der Zeitpunkt für frühzeitiges Handeln allen Warnungen zum Trotz verstrichen«

Aufruf von Medizinern und Wissenschaftlern, 12.11.2021

Wir appellieren deshalb eindringlich an die politisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen, jetzt ihrer Verantwortung umfassend gerecht zu werden. Das bedeutet erstens, die Realität anzuerkennen: Dieses Virus wird die Welt noch eine Weile in Atem halten. Es wird nicht einfach verschwinden. Auch im “endemischen” Zustand, so es diesen erreicht, wird es wahrscheinlich immer wieder heftige Infektionswellen verursachen, sofern die Impfraten nicht deutlich gesteigert werden.

»Wir müssen uns dessen bewusst sein, dass Menschen in diesem Hybridkrieg als Geiseln benutzt werden«

Offener Brief der Literaturnobelpreisträgerinnen Swetlana Alexijewitsch, Elfriede Jelinek, Herta Müller und Olga Tokarczuk an die EU, 9.11.2021

Die polnische Regierung hat im Grenzstreifen zwischen Polen und Belarus den Ausnahmezustand verhängt, auf Grund dessen sie den Ärzten und Sanitätern die Hilfeleistung für die Kranken und Sterbenden in der Grenzzone verweigert und den Medien den Zugang zur sich dort abspielenden Tragödie versperrt. Jedoch geben schon die inkompletten, bruchstückhaften Informationen einen Einblick in das gigantische Ausmaß der humanitären Katastrophe, die sich an der Grenze der Europäischen Union ereignet.

»Die Zahl der Opfer durch Landminen ist 2020 um 21 Prozent gestiegen«

Erhebung der Hilfsorganisation Handicap International, 9.11.2021

Der Landminen Monitor 2021 meldet das sechste Jahr in Folge eine außergewöhnlich hohe Zahl von Opfern durch Landminen, explosiven Kriegsresten und improvisierten (selbstgebauten) Minen. Für das Jahr 2020 verzeichnet der Monitor 7.073 Opfer. Dies ist ein Anstieg um 21% gegenüber dem Vorjahr. 80% der Opfer sind Zivilist*innen. Die meisten getöteten oder verletzten Menschen wurden in Syrien und Afghanistan erfasst. Insgesamt gab es Minenopfer in 50 Ländern teilt Handicap International (HI) mit.

»Das wohlhabendste Prozent der Weltbevölkerung wird im Jahr 2030 voraussichtlich 16 Mal so viel CO2 ausstoßen wie der globale Durchschnitt«

Studie von Oxfam, 5.11.2021 (engl. Originalfassung)

In this new briefing commissioned by Oxfam based on analysis by the Institute for European Environmental Policy (IEEP) and SEI, we provide estimates of the impact of the NDCs on the per capita consumption emissions of different global income groups in 2030 – revealing the stark inequality between the people whose carbon footprints are set to be compatible with the 1.5⁰C Paris goal, and those whose are not. We estimate that:

»Eine einzelne Frau in einer Spitzenposition vermag die Möglichkeiten von Frauen in der Politik nicht nachhaltig zu verbessern«

Studie von EAF Berlin, 4.11.2021

Wo stehen die Parteien heute? Unsere Studie zeigt: Sie haben ein erhebliches Stück des Weges noch vor sich. Bisher ist es ihnen nur teilweise geglückt, ihre organisationalen Strukturen wie ihre Kommunikations- und Umgangsformen nachhaltig so zu verändern, dass eine „Kultur der Gleichberechtigung“, wie es eine unserer Interviewpartnerinnen prägnant ausdrückt, selbstverständlich geworden wäre.

»Facebook & Co. in die Schranken weisen!«

Offener Brief von Lobbycontrol ans Europaparlament, 4.11.2021

Sehr geehrte Mitglieder des Binnenmarkt-Ausschusses,
sehr geehrte Abgeordnete des Europäischen Parlaments,

die große Lobby- und Marktmacht von Google, Facebook und Co. ist eine Gefahr für die Demokratie. Es ist höchste Zeit, die Macht der Tech-Konzerne zu begrenzen, damit Europa den Weg einer demokratischen Digitalisierung gehen kann.

Wir fordern Sie deshalb auf, strengere Regeln für Digitalkonzerne im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) zu beschließen, die

»Unternehmen bedienen vor allem das Interesse der Aktionäre«

Studie von Oxfam Deutschland und Finanzwende, 4.11.2021

Zwischen 2009 und 2020 stiegen die Gewinne um 48 Prozent. Einen solchen finanziellen Spielraum können Konzerne nutzen, um in nachhaltigere Geschäftsmodelle zu investieren, Beschäftigten höhere Löhne zu zahlen, Rücklagen aufzubauen oder Dividenden an Aktionär*innen auszuschütten. 
Der vorliegende Bericht zeigt: die Unternehmen verwendeten ihre Gewinne vor allem, um Aktionärsinteressen zu bedienen und Rücklagen zu bilden. Ausschüttungen legten im Berichtszeitraum mit 85 Prozent deutlich stärker zu als die Gewinne.

»Es droht der Kollaps des Gesundheitssystems«

Rede des Ärztepräsidenten Klaus Reinhardt zur Eröffnung des 125. Deutschen Ärztetages, 1.11.2021

Wir werden einfordern, dass die Gesundheitspolitik nach den Erfahrungen der Coronapandemie im Koalitionsvertrag in besonderem Maße gewichtet wird. Gesundheitspolitik muss ein zentrales Handlungsfeld der nächsten Bundesregierung werden! Dies ist angesichts der Pandemiebewältigung und für eine moderne Gesellschaft des langen Lebens nur angemessen. Danach sieht es im Moment allerdings noch nicht aus.

»Entwicklungsländer benötigen viel mehr internationale finanzielle Unterstützung im Kampf gegen den Klimawandel«

UNEP Adaptation Gap Report, 1.11.2021 (engl. Originalfassung)

New estimates of the costs of adaptation and the estimated financial needs for adaptation from developing countries indicate higher values than previously reported. The review of the most recent adaptation cost estimates from the literature and the finance needs expressed by countries’ submissions to the UNFCCC resulted in a number of major findings. First, estimates of the economic costs of climate change in developing countries are now generally higher than indicated in earlier studies. This is true both later in the century, under higher warming scenarios, but crucially also

»Die letzten sieben Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Aufzeichnung«

Bericht der Weltorganisation für Meteorologie, 31.10.2021 (engl. Originalfassung)

Record atmospheric greenhouse gas concentrations and associated accumulated heat have propelled the planet into uncharted territory, with far-reaching repercussions for current and future generations, according to the World Meteorological Organization (WMO).

»Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine Vorratsdatenspeicherung besser vor Kriminalität schützte«

Offener Brief an SPD, FDP und Grüne, 27.10.2021

Sehr geehrte Verhandler,

mit unzähligen Überwachungsgesetzen hat die „Große Koalition“ die Grund- und Freiheitsrechte schwer beschädigt. Von einem "Ampel"-Koalitionsvertrag mit den Parteien SPD, FDP und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN erwarten wir eine Beseitigung der schädlichsten Altlast der „Großen Koalition“, nämlich der Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten in Deutschland.

Warum?

»Die Tragödie in den europäischen Pflegeeinrichtungen ist nicht allein das Ergebnis einer unzureichenden Reaktion auf die Coronakrise«

Bericht der European Federation of Public Service Unions, 27.10.2021 (engl. Originalfassung)

In most countries, long-term care has long been neglected. Organisation, funding, and provision of care within the sector tends to be fragmented, with a diffusion of responsibility and lack of accountability. This section of the report examines these deficiencies. The impact of the pandemic has not been experienced evenly; Finland and Norway in particular managed to largely contain the pandemic in the general community and limit the spread within nursing homes.

»Seit Beginn der Pandemie haben weltweit mehr als ein Sechstel der jungen Menschen ihren Job verloren«

Studie der University of Cambridge, 21.10.2021 (engl. Originalfassung)

Even before the pandemic began, large sections of the youth population were socially and economically disadvantaged. They were more likely to be in the informal sector and earn less than older adult workers, or to be inactive. An important caveat is that those who were economically inactive but in education were not necessarily at a greater disadvantage, though education systems have also been heavily disrupted by COVID-19. Since COVID-19 reached pandemic proportions, young people have been less directly impacted by illness, death and long COVID than older cohorts.