Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente zum Zeitgeschehen

»Deshalb sagen wir JA zum europäischen Universalismus und NEIN zum europäischen Zentralismus«

Rede von Premierminister Mateusz Morawiecki vor dem Europäischen Parlament, 19.10.2021

Ich wiederhole es noch einmal: das oberste Recht der Republik Polen ist die Verfassung. Sie hat Vorrang vor anderen Rechtsquellen. Von diesem Grundsatz kann kein polnisches Gericht, kein polnisches Parlament und keine polnische Regierung abweichen.

(...)

Wichtige Entscheidungen sollten nicht durch eine Änderung der Rechtsauslegung getroffen werden. 

Der Erfolg der europäischen Integration beruhte darauf, dass das Recht von Mechanismen abgeleitet wurde, die unsere Staaten in anderen Bereichen verbanden. 

»Wir können und wir werden es nicht zulassen, dass unsere gemeinsamen Werte aufs Spiel gesetzt werden«

Rede von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor dem Europäischen Parlament, 19.10.2021

Meine Damen und Herren Abgeordneten, 

wir können und wir werden es nicht zulassen, dass unsere gemeinsamen Werte aufs Spiel gesetzt werden. Die Kommission wird handeln. Und die Optionen sind uns allen bekannt. Die erste Option ist das Vertragsverletzungsverfahren, bei dem wir das Urteil des polnischen Verfassungsgerichts vor Gericht anfechten. 

»Die Ermittlungen gegen Julian Assange müssen eingestellt werden«

Offener Brief an das US-Justizministerium, 15.10.2021 (engl. Originalfassung)

We, the undersigned press freedom, civil liberties, and international human rights advocacy organizations, write again to share our profound concern about the ongoing criminal and extradition proceedings relating to Julian Assange, the founder of Wikileaks, under the Espionage Act and the Computer Fraud and Abuse Act.

»Wir sind dramatisch vom Kurs auf Zero Hunger abgekommen«

Welthunger-Index von Welthungerhilfe und Concern Worldwide, 14.10.2021 (engl. Originalfassung)

Der Welthunger-Index (WHI) 2021 weist auf eine besorgniserregende Hungersituation hin, in einer Welt, die mit multiplen Krisen konfrontiert ist. Der bereits zuvor viel zu langsame Fortschritt in Richtung Zero Hunger bis 2030 stagniert oder hat gar Rückschläge zu verzeichnen.

»Für ein umgehendes Ende aller Auslandseinsätze«

Pressemitteilung der Friedensorganisation IPPNW, 13.10.2021

Parallel zum Abschlussappell der Bundeswehr zum 20-jährigen Afghanistan-Einsatz demonstrierten heute mehrere Friedensorganisationen vor dem Brandenburger Tor gegen Auslandseinsätze und für eine zivile Sicherheitspolitik. Der Afghanistan-Einsatz habe gezeigt, dass militärische Interventionen weder Stabilität, noch Frieden brächten. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW verweist in diesem Zusammenhang auch auf die katastrophale gesundheitliche Lage im Land seit dem Abzug der NATO-Truppen. Eine Zeremonie der höchsten militärischen Ehrung sei angesichts dessen absolut unangemessen.

»Der Fortschritt bei den sauberen Energien ist zu langsam«

World Energy Outlook der Internationalen Energieagentur, 13.10.2021 (engl. Originalfassung)

A new energy economy is emerging around the world as solar, wind, electric vehicles and other low-carbon technologies flourish. But as the pivotal moment of COP26 approaches, the IEA’s new World Energy Outlook makes it clear that this clean energy progress is still far too slow to put global emissions into sustained decline towards net zero, highlighting the need for an unmistakeable signal of ambition and action from governments in Glasgow.

»Mit einem früheren Lockdown hätte mindestens die Hälfte aller Todesfälle vermieden werden können«

Bericht des House of Commons, 12.10.2021 (engl. Originalfassung)

Much of the impact of covid-19 during the first wave was determined by decisions made during the early weeks of the pandemic, between January and late March 2020. The seriousness of the threat to the UK was recognised in January when the Government’s Scientific Advisory Group for Emergencies—SAGE—was convened and met on 22 January 2020. It is important to record that all decisions taken during those initial weeks were taken in a fog of uncertainty.

»Wir rufen die neue Bundesregierung auf, die Transformation zur Klimaneutralität zum zentralen Wirtschaftsprojekt zu machen«

Aufruf deutscher Unternehmen, 11.10.2021

Der Klimawandel ist für uns alle spürbar. Der jüngste Bericht des Weltklimarats (IPCC) stellt unmissverständlich klar, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen, um der Erderwärmung entschlossen entgegenzutreten. Wir brauchen deshalb jetzt sektorübergreifend eine ambitionierte Klimapolitik, die den Zielen des Pariser Klimaschutzabkommens gerecht wird und für Unternehmen und Gesellschaft einen klaren, verlässlichen und planbaren Pfad zur Klimaneutralität aufzeigt.

»Es braucht eine rote Linie bei existenzsichernden Leistungen wie Hartz IV«

Appell eines zivilgesellschaftlichen Bündnisses, 8.10.2021

Ob bei Hartz IV oder Grundsicherung im Alter: Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Für eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ein Mindestmaß an sozialer, politischer und kultureller Teilhabe müssen die Regelsätze deutlich auf mindestens 600 Euro steigen - dafür hat sich ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis bereits vor Monaten mit Nachdruck eingesetzt. 

»Unterstützen Sie die Forderungen der G-24 Staaten zur globalen Steuerreform«

Offener Brief an Bundesfinanzminister Olaf Scholz, 7.10.2021

Sehr geehrter Herr Bundesminister Scholz,
sehr geehrter Herr Kreienbaum,

Am 19. September hat die Gruppe der G-24 Schwellen- und Entwicklungsländer Kommentare zu den am 1. Juli veröffentlichten Rahmenvereinbarungen des OECD Inclusive Frameworks für eine globale Steuerreform veröffentlicht. Die G-24 Staaten unterstreichen in ihrem Statement die Wichtigkeit fairer, simpler und umsetzbarer Regeln, von denen sowohl Industrie- als auch Entwicklungsländer profitieren. Unter anderem fordern sie:

»Auf eine Frau kommen über alle TV-Programme hinweg nach wie vor rund zwei Männer«

Studie der MaLisa Stiftung, 5.10.2021

Am 5. Oktober hat die MaLisa Stiftung gemeinsam mit ihren Partnerinstitutionen neue Studienergebnisse zur Diversität im deutschen Fernsehen veröffentlicht. Untersucht wurden die Vielfaltsdimensionen Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Zuschreibung der Herkunft und Behinderung. Im Vergleich zur Studie von 2017 zeigen sich neben Fortschritten hinsichtlich der Geschlechterverteilung weitere Handlungsbedarfe für mehr sichtbare Diversität. 

(…) 

Die zentralen Ergebnisse zeigen: 

»Suizid ist die fünfthäufigste Todesursache unter Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren«

UNICEF-Bericht zur Situation der Kinder in der Welt, 5.10.2021 (engl. Originalfassung)

Children around the world have been locked out of classrooms, sequestered in their homes and robbed of the everyday joy of playing with friends – all consequences of the COVID-19 pandemic. Millions more families have been pushed into poverty, unable to make ends meet. Child labour, abuse and gender-based violence are on the rise. Many children are filled with sadness, hurt or anxiety. Some are wondering where this world is headed and what their place is in it. Indeed, these are very challenging times for children and young people, and this is the state of their world in 2021.

»Wir brauchen Respekt vor den jeweiligen Biografien und Erfahrungen«

Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Tag der Deutschen Einheit, 3.10.2021

Vielfalt und Unterschiede sind keine Gefahr für die Demokratie; ganz im Gegenteil. Vielfalt und Unterschiede sind Ausdruck gelebter Freiheit. Erst recht gilt das für unser wiedervereinigtes Land mit all den bis 1990 durch die Teilung erzwungenen so unterschiedlichen Lebenswegen der Menschen in Ost und West.

»Die Kinder von heute werden zwei- bis siebenmal mehr Klimaextreme erleben als ihre Großeltern«

Pressemitteilung des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, 27.9.2021

Die Kinder von heute werden viel stärker von Klimaextremen betroffen sein als die Erwachsenen von heute, das zeigen Forscherinnen und Forscher in der führenden wissenschaftlichen Zeitschrift Science. Ein Kind, das im Jahr 2021 geboren wird, wird im Laufe seines Lebens durchschnittlich doppelt so viele Waldbrände, zwei- bis dreimal so viele Dürren, fast dreimal so viele Flussüberschwemmungen und Ernteausfälle sowie siebenmal mehr Hitzewellen erleben als eine Person, die heute zum Beispiel 60 Jahre alt ist.

»Die Pläne der G20-Staaten werden zu einer um 2,4 Grad wärmeren Welt führen«

Climate Transparency Report 2021, 24.9.2021 (engl. Originalfassung)

The Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) recently issued a ‘code red’ for the world to take urgent action to avoid the worst impacts of the escalating climate crisis and provided an updated estimate of the remaining global carbon budget. The data show that for a 67% chance of limiting warming to 1.5°C, the world has a remaining carbon budget of 400 GtCO2 – or 10 years of emissions at 2020 levels.

»Wir müssen ehrlicher, klüger, aber auch stärker werden!«

Rede von Frank-Walter Steinmeier vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen, 24.9.2021

In der Präambel der deutschen Verfassung lautet der Anspruch kurz und präzise: "als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen". Dieser Anspruch, diese Verpflichtung gilt für jede deutsche Regierung. Und deshalb war es mir wichtig, heute als Bundespräsident nach New York zu kommen und der internationalen Gemeinschaft diese Botschaft Deutschlands zu überbringen: Unsere Partner können sich auf uns verlassen, und unsere Wettbewerber müssen weiter mit uns rechnen.

»Aufnahmeeinrichtungen und Anker-Zentren sind kein Ort für Kinder und kein Ort für Erwachsene!«

Appell eines zivilgesellschaftlichen Bündnisses, 20.9.2021

Aufnahmeeinrichtungen und AnkER-Zentren sind kein Ort für Kinder und kein Ort für Erwachsene. Die neue Bundesregierung muss den Aufenthalt für geflüchtete Kinder, Familien und Erwachsene auf maximal vier Wochen begrenzen. AnkER- und funktionsgleiche Einrichtungen sind Orte der Perspektivlosigkeit und der Angst – sie gehören abgeschafft. Statt Isolation und Entrechtung brauchen wir faire Asylverfahren und gleiche Rechte für alle Kinder, die in Deutschland leben.

»Allen Ideologien, die einer Höherwertigkeit einer bestimmten Menschengruppe das Wort reden, muss energisch widersprochen werden«

Gemeinsame Erklärung des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und des Koordinationsrats der Muslime (KRM), 18.9.2021

Allen Ideologien, die einer Höherwertigkeit einer bestimmten religiösen, ethnischen oder nationalen Menschengruppe das Wort reden, müsse energisch widersprochen werden. Der Terror vom 11. September 2001, dem rund 3000 Menschen zum Opfer fielen, wie auch die Nachbeben dieses Anschlags erschütterten die Welt in ihren Grundfesten. Die 20 Jahre Anti-Terrormaßnahmen weltweit – bis hin zu kriegerischen Handlungen – hätten tiefe Gräben aufgerissen sowie starke Vorurteile und Ängste geschürt. Viele bis dahin schwer errungene Gemeinsamkeiten und Kompromisse seien ausgehebelt worden.

»Mit den bisherigen nationalen Klimaschutzbeiträgen steuert die Welt auf einen Temperaturanstieg von etwa 2,7 Grad zu«

UN-Bericht, 17.9.2021 (engl. Originalfassung)

The NDC Synthesis report indicates that while there is a clear trend that greenhouse gas emissions are being reduced over time, nations must urgently redouble their climate efforts if they are to prevent global temperature increases beyond the Paris Agreement’s goal of well below 2C – ideally 1.5C – by the end of the century.

The Synthesis Report was requested by Parties to the Paris Agreement to assist them in assessing the progress of climate action ahead of the UN Climate Change Conference (COP26) this November in Glasgow, Scotland.

»Soziale Sicherungssysteme müssen stärker in die Katastrophenprävention und in den Klimaschutz einbezogen werden«

Weltrisikobericht, 15.9.2021

Der WeltRisikoIndex 2021 bewertet das Katastrophenrisiko für 181 Länder. Damit sind knapp 99 Prozent der Weltbevölkerung erfasst.

Unter den 15 Ländern mit dem höchsten Katastrophenrisiko sind insgesamt zehn Inselstaaten vertreten. Ihr Risikoprofil wird zunehmend auch vom Anstieg des Meeresspiegels bestimmt.

Die Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko weltweit sind Vanuatu (WRI 47,73), die Salomonen (WRI 31,16) und Tonga (WRI 30,51).

»87 Prozent der weltweiten Agrarsubventionen haben negative Folgen für Mensch und Natur«

UN-Bericht zu nachhaltiger Landwirtschaft, 14.9.2021 (engl. Originalfassung)

Agricultural support is not providing desirable results for sustainability and human health, but repurposing it can be a game changer. It offers governments an opportunity to optimize the use of scarce public resources to transform food systems in ways that make them not only more efficient, but also more supportive of the SDGs.

»Bis 2050 könnten 216 Millionen Menschen zu Klimaflüchtlingen werden«

Bericht der Weltbank, 13.9.2021 (engl. Originalfassung)

The new Groundswell report builds on the work of the first, modeling three additional regions, namely East Asia and the Pacific, North Africa, and Eastern Europe and Central Asia—to provide a global estimate of up to 216 million climate migrants by 2050 across all six regions.

[...]

»2020 wurden 227 Umweltschützer ermordet – so viele wie noch nie«

Bericht von Global Witness, 13.9.2021 (engl. Originalfassung)

In 2020, Global Witness recorded 227 murdered land and environmental defenders – making it once again the most dangerous year on record for people defending their homes, land and livelihoods, and the ecosystems vital for biodiversity and the climate.

[...]
We know that beyond killings, many defenders and communities also experience attempts to silence them, with tactics like death threats, surveillance, sexual violence, or criminalisation – and that these kinds of attacks are even less well reported. 

»Informations- und Kommunikationstechnologien könnten bis zu vier Prozent der globalen Treibhausgasemissionen ausmachen.«

Studie der Universität Lancaster, 10.9.2021 (engl. Originalfassung)

To avoid catastrophic consequences from climate change, all sectors of the global economy, including Information Communication Technology (ICT), must keep their greenhouse gas (GHG) emissions in line with the Paris Agreement. We examine peer-reviewed estimates of ICT's GHG emissions, which put ICT's share of global GHG emissions at 1.8%–2.8%. We find pronounced differences and much debate concerning the underlying assumptions behind the peer-reviewed studies, which could suggest that global emissions from ICT are as high as 2.1%–3.9%.