Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente zum Zeitgeschehen

»Wir sollten uns niemals an das Leid, das Flüchtende und Migrant:innen erleben, gewöhnen oder es akzeptieren«

UN-Bericht über Misshandlung, Schutz und Gerechtigkeit auf Routen zwischen Ost- und Westafrika sowie der afrikanischen Mittelmeerküste, 5.7.2024 (engl. Original)

This joint report builds on the data collected by IOM, MMC and the UNHCR during the period from January 2020 to March 2023. It is a new iteration of a joint UNHCR and MMC report issued in 2020 covering the period 2018–2019. Its main purpose is to identify and map risks, as well as draw attention to the serious violations of human rights and abuses experienced by people moving in search of safety or a better life. Based on the mapping, the report serves to further develop and improve the vastly insufficient or non-existing programmatic response to the problem faced by those on the move along the Central Mediterranean route.

»Kürzen Sie nicht unsere Zukunft weg!«

Offener Brief der Jugendverbände an die Bundesregierung, 4.7.2024

Wir Jugendverbände und -organisationen mit mehr als sechs Millionen Mitgliedern, wehren uns gegen Ihre bevormundende Behauptung, dass die geplanten Kürzungen im Interesse junger Menschen seien.

»2022 erreichte die Erwerbstätigenquote von Eingewanderten in Deutschland ein Rekordhoch von 70% und war damit deutlich höher als in den meisten anderen EU-Vergleichsländern«

OECD-Bericht zum Stand der Integration von Eingewanderten, 3.7.2024

2022 erreichte die Erwerbstätigenquote von Eingewanderten in Deutschland ein Rekordhoch von 70 % und war damit deutlich höher als in den meisten anderen EU-Vergleichsländern. Insbesondere die umfassende Sprachförderung scheint sich positiv auszuwirken.

»Für mehr Chancengerechtigkeit müssen Kitas mit vielen Kindern aus sozioökonomisch benachteiligten Familien besonders gefördert werden«

Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, 3.7.2024

Wesentliche Ergebnisse zeigen, dass diese Kitas zusätzlich konfrontiert sind mit Herausforderungen, beispielsweise hinsichtlich der Segregation im Sinne einer ungleichen Verteilung bzw. Ballung bestimmter Merkmale von Kindern und Familien in den Einrichtungen, infolgedessen die Kinder und Familien mit vergleichbaren Herausforderungen tendenziell unter sich bleiben sowie höheren Personalbedarfs in den Einrichtungen.

»Trifft der US-Präsident in seiner offiziellen Rolle Entscheidungen, die strafrechtlich relevant sein könnten, kann er dafür nicht belangt werden«

Urteil des Supreme Courts der Vereinigten Staaten, Trump v. USA, 1.7.2024 (engl. Original)

This case is the first criminal prosecution in our Nation’s history of a former President for actions taken during his Presidency. Determining whether and under what circumstances such a prosecution may proceed requires careful assessment of the scope of Presidential power under the Constitution.

»Julian Assange, Gründer von WikiLeaks, bekannte sich heute schuldig.«

Pressemitteilung des U.S. Justizministeriums, 26.6.2024 (engl. Original)

At today’s proceeding, Assange admitted to his role in the conspiracy to violate the Espionage Act and received a court-imposed 62-month time-served sentence, reflecting the time he served in U.K. prison as a result of the U.S. charges. Following the imposition of sentence, he will depart the United States for his native Australia.

»Die Anzahl einsatzfähiger Sprengköpfe steigt«

Jahresbericht des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI), 17.6.2024 (engl. Original)

At the start of 2024, nine states—the United States, the Russian Federation, the United Kingdom, France, China, India, Pakistan, the Democratic People’s Republic of Korea (DPRK, or North Korea) and Israel—together possessed approximately 12121 nuclear weapons, of which 9585 were considered to be potentially operationally available. An estimated 3904 of these warheads were deployed with operational forces, including about 2100 that were kept in a state of high operational alert—about 100 more than the previous year.

»Wir lehnen jede Art von Verpflichtung ab – jetzt und in Zukunft«

Stellungnahme des Bundesjugendrings zu dem neuen Wehrdienst-Modell, 12.6.2024

Der Bundesjugendring begrüßt, dass das Modell überwiegend auf Freiwilligkeit beruht. Gleichzeitig gibt es sowohl am Prozess der Entscheidungsfindung im Bundesverteidigungsministerium als auch an dessen Ergebnis Kritikpunkte.

»Keine Meinungsprüfung durchs Ministerium!«

Stellungnahme vom Netzwerk Nachhaltige Wissenschaft, 11.6.2024

Wissenschaftsfreiheit ist ein prekäres Gut – und wissenschaftliche Debatten tragen das Risiko in sich, von politischen Interessen vereinnahmt zu werden. Um so wichtiger ist es, für die offene und egalitäre Gestaltung von Diskussionen zu sorgen. Dass nun ausgerechnet die liberale Bundesministerin für Bildung und Forschung eine massive Einschränkung dieser Freiheiten betreibt, hätte man vor ein paar Wochen wohl noch nicht für möglich gehalten. Aber viel ist in Bewegung geraten, seit Anfang Mai ein Offener Brief an den Berliner Hochschulen zirkulierte.

»Staatsräson kann nicht vor Völkerrecht gehen«

Friedensgutachten der deutschen Friedensforschungsinstitute, 10.6.2024

Interessengeleiteter Minilateralismus verdrängt einen institutionenorientierten Multilateralismus. Kurz: Die Welt ist ohne Kompass

»Für Überlebende des Holocaust ist das Ergebnis der Europawahl eine deprimierende Zäsur«

Pressemitteilung des Internationalen Auschwitz Komitees, 10.06.2024

Zu den Resultaten der Europawahl 2024 betonte Christoph Heubner, der Exekutiv Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitee während eines Aufenthaltes in der Gedenkstätte Auschwitz:

"Für Überlebende des Holocaust und der deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager ist dieses Wahlergebnis eine deprimierende Zäsur. Europa verliert und vergißt sich:

»Die Angriffe der europäischen Entscheidungsträger:innen auf den Green Deal gefährden die Natur und riskieren die Zukunft der EU-Bürger:innen«

Offener Brief wissenschaftlicher Verbände zur Rücknahme von EU-Umweltvorschriften und -Politiken, 5.6.2024 (engl. Original)

In this Open Letter, science associations and networks across Europe hereby express our grave concern over a series of decisions, taken by European decision-makers, that undermine the EU’s environmental agenda and its international obligations. We note that these attacks on the Green Deal jeopardise nature, and risk the future of EU citizens. 

The science community regards these decisions as poorly justified and dangerous, rolling back environmental standards and regulations, some of which are the result of decades of efforts and strongly supported by science and society.

»Die Risiken von KI reichen von der Verschärfung bestehender Ungleichheiten über Fehlinformation bis hin zum Kontrollverlust autonomer KI-Systeme«

Offener Brief von aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter:innen von KI-Unternehmen, 4.6.2024 (engl. Original)

We are current and former employees at frontier AI companies, and we believe in the potential of AI technology to deliver unprecedented benefits to humanity.

We also understand the serious risks posed by these technologies. These risks range from the further entrenchment of existing inequalities, to manipulation and misinformation, to the loss of control of autonomous AI systems potentially resulting in human extinction. AI companies themselves have acknowledged these risks, as have governments across the world and other AI experts.

»Eine vernünftige Wirtschaftspolitik in Deutschland wird nicht ohne eine Reform der Schuldenbremse möglich sein«

Positionspapier des Wissenschaftlichen Beirats des Wirtschaftsforums der SPD, 1.6.2024

Die Wettbewerbsfähigkeit eines Standorts hängt wesentlich von den fünf großen „I“s der wirtschaftlichen Entwicklung ab: Investitionen, Innovationen, Infrastrukturen, Internationalisierung und die Integration aller Qualifikationspotenziale und Reserven in den Arbeitsmarkt. Legt man diese fünf Indikatoren zugrunde, zeigt sich, dass Deutschland entweder auf der Stelle tritt oder gar zurückfällt. Hinzu kommt die massive Unsicherheit in Wirtschaft und Gesellschaft über die wirtschafts- und finanzpolitischen Leitplanken der Ampelregierung für die nächsten Jahre.

»Der deutliche Rückgang der Schiffsverkehr-Emissionen könnte mit einer erheblichen Erwärmung der Atmosphäre zusammenhängen«

Studie im Fachjournal Communications Earth and Environment, 30.5.2024 (engl. Original)

Human activities affect the Earth’s climate through modifying the composition of the atmosphere, which then creates radiative forcing that drives climate change. The warming effect of anthropogenic greenhouse gases has been partially balanced by the cooling effect of anthropogenic aerosols. In 2020, fuel regulations abruptly reduced the emission of sulfur dioxide from international shipping by about 80% and created an inadvertent geoengineering termination shock with global impact.

»Märkte allein werden weder den Klimawandel aufhalten noch zu einer gerechteren Verteilung des Wohlstands führen«

Erklärung des Berlin Summit des New Economy Forum, 29.5.2024 (engl. Original)

Liberal democracies are today confronted with a wave of popular distrust in their ability to serve the majority of their citizens and solve the multiple crises that threaten our future. This threatens to lead us into a world of dangerous populist policies exploiting the anger without addressing the real risks, ranging from climate change to unbearable inequalities, or major global conflicts. To avert major damages to humanity and the planet, we must urgently get to the root causes of people’s resentment.

»Israel soll seine militärische Offensive in Rafah sofort stoppen«

Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs, 24.5.2024 (engl. Original)

In its Order, the Court emphasizes that the catastrophic humanitarian situation in the Gaza Strip which, as stated in its Order of 26 January 2024, was at serious risk of deteriorating, has deteriorated, and has done so even further since the Court adopted its Order of 28 March 2024.

»Europa ist der sich am schnellsten erwärmende Kontinent«

ESOTC-Bericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus und der Weltorganisation für Meteorologie, 23.5.2024 (engl. Original)

Commenting on the report's significance, Carlo Buontempo, Director of C3S, said: ‘Climate data, information, and insight have never been as important as they are now. And the information contained in this report will certainly be extremely valuable in taking stock of our current vulnerability and informing our future action.’

»Das Vereinigte Königreich sollte im Interesse des Journalismus und der Pressefreiheit handeln und Assanges Auslieferung verhindern«

Pressemitteilung von Reporter ohne Grenzen, 21.5.2024

Ein Schritt in Richtung Gerechtigkeit: Am 20. Mai 2024 entschied der Londoner High Court, dass Julian Assange gegen seine Auslieferung an die USA in Berufung gehen darf. Reporter ohne Grenzen (RSF) begrüßt diese Entscheidung. Sie gibt dem inhaftierten WikiLeaks-Gründer und seinem Anwaltsteam eine letzte Chance, seine Auslieferung zu stoppen. Assange ist in den USA wegen Spionage angeklagt. Ihm drohen bis zu 175 Jahre Haft. Ein Termin für die Berufung steht noch nicht fest.