Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente zum Zeitgeschehen

»Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigen in allen Bereichen. Fast jeden Tag gibt es einen Femizid in Deutschland«

Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) zu geschlechtsspezifischer Gewalt, 19.11.2024

Das Lagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ zeigt, dass sowohl vorurteilsgeleitete Straftaten gegen Frauen, als auch Straftaten, die überwiegend zum Nachteil von Frauen begangen werden, in Deutschland zunehmen.
So registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 322 vorurteilsgeleitete Straftaten gegen Frauen im Bereich der Politisch Motivierten Kriminalität, ein Anstieg um 56,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Jahr 2023 wurden in diesem Bereich 29 frauenfeindliche Gewaltdelikte erfasst und damit fast doppelt so viele wie im Vorjahr.
Hinsichtlich der Deliktsfelder, die überwiegend zum Nachteil von Frauen begangen werden, wurden in allen betrachteten Fallgruppen steigende Opferzahlen registriert – und das auf einem teils sehr hohen Niveau.

»Zivilpersonen und zivile Infrastruktur in der Ukraine dürfen nicht länger Ziele völkerrechtswidriger Angriffe sein«

Pressemitteilung von Amnesty International, 18.11.2024

Kinder in der Ukraine sind bei militärischen Angriffen Russlands akut gefährdet – immer wieder werden sie durch russische Luftangriffe verletzt und getötet. Dies dokumentiert eine aktuelle Untersuchung von Amnesty International. Die Menschenrechtsorganisation fordert ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und die Verantwortlichen für völkerrechtswidrige Angriffe und Kriegsverbrechen vor Gericht zu stellen.

»Die digitalen Strategien der AfD sollten in Politik, Medien und Zivilgesellschaft verstanden werden, um nicht Teil dieser digitalen Inszenierung zu werden«

Studie der Otto-Brenner-Stiftung, 18.11.2024

Wieso erreicht die AfD – im Vergleich zu den anderen Parteien – in den sozialen Medien so viele (insbesondere junge) Menschen? Diese Frage ist erstaunlich häufig nach dem Ausgang der Wahlen diskutiert worden. Oft wird dabei allein auf die digitale Performanz der Partei und ihrer Repräsentant*innen selbst geachtet. Allerdings haben wir es am rechten Rand mit einem großen Netzwerk an Akteuren zu tun, die sich im Wahlkampf betätigen – und das sowohl innerhalb als auch außerhalb der Partei.

»Die Entscheidung zur Stationierung der Mittelstreckenwaffen in Deutschland führt uns erneut in das mögliche Szenario eines Atomkriegs in Europa«

Kampagne mehrerer gesellschaftlicher Organisationen: »Friedensfähig statt erstschlagfähig - Für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen«, 18.11.2024

In der nun gestarteten Kampagne unter dem Titel »Friedensfähig statt erstschlagfähig – für ein Europa ohne Mittelstreckenwaffen!« wollen die beteiligten Organisationen über die Risiken aufklären und so die bislang ausbleibende, aber dringend nötige Debatte lostreten. Zudem soll politischer Druck für die Rücknahme der Stationierungsentscheidung aufgebaut bauen.

»Die COVID-19-Pandemie hatte tiefgreifende Auswirkungen auf das soziale Umfeld von Jugendlichen – mit anhaltenden Folgen, die ihr Wohlbefinden weiterhin beeinflussen«

Studie der WHO, 13.11.2024 (engl. Original)

Adolescents have faced many challenges over the past four years, especially with the experience of the COVID-19 pandemic, which led to drastic changes in school experiences for millions of primary and secondary school students in the European Union. It may well be that this disruption to school life has led to ongoing changes in young people’s experiences of school and the extent to which they feel connected and supported at school.

»Die Zustimmung zu ausländerfeindlichen Aussagen hat in Westdeutschland deutlich zugenommen und nähert sich den Einstellungen im Osten an«

Leipziger Autoritarismus-Studie 2024, 13.11.2024

Zwar hat die Verbreitung der rechtsextremen Einstellung nicht in dem Maße zugenommen, wie die Wahlerfolge der extrem-rechten AfD hätten vermuten lassen. Dennoch existiert mit der AfD eine Partei, die den in der Gesellschaft vorhandenen destruktiv-aggressiven Wünschen ein Politikangebot macht: Ihre Bindekraft hat zugenommen und sie kann sich im Osten auf den Anteil derjenigen stützen, die seit Jahren Ressentiments teilen und nur auf die Legitimation warten, die Wut gegen Migranten, Juden, Homosexuelle oder »Schwache« und »Abweichende« zu richten.

»Ein pervertierter Friedensbegriff, der gänzlich ohne die Frage nach Dauer, Stabilität und Gerechtigkeit auskommt, saust wie ein Weberschiffchen zwischen Ost und West hin und her«

Rede des Schriftstellers Marko Martin zum 35. Jahrestages des Mauerfalls, 7.11.2024

Da ja hier, von quasi höchster Stelle, fatale Denkmuster sichtbar werden und Behauptungen aufgestellt werden, die danach sogleich in die Öffentlichkeit diffundieren und dort zusätzlich Konfusion erzeugen. Gerade in Zeiten verstärkter Krisen ist gerade gedankliche Klarheit ein hoher Wert.

»Die Jahrestemperatur steigt 2024 erstmals um mehr als 1,5 Grad an«

Pressemitteilung des EU-Klimadienstes Copernicus Climate Change Service, 7.11.2024 (engl. Original)

Given that 2023 was 1.48°C above the pre-industrial level according to ERA5, it is likewise virtually certain that the annual temperature for 2024 from ERA5 will be more than 1.5°C above the pre-industrial level, and likely that it will be more than 1.55°C above.

»Wir haben heute Geschichte geschrieben. Und wir werden Amerika wieder an die erste Stelle setzen!«

Rede von Donald Trump nach seinem Wahlsieg, 6.11.2024 (engl. Original)

That's what we're going to do. We're going to make our country better than it ever has been. They said that many people have told me that God spared my life for a reason. And that reason was to save our country and to restore America to greatness. And now we are going to fulfill that mission together. We're gonna fulfill that mission. The task before us will not be easy, but I will bring every ounce of energy, spirit, and fight that I have in my soul, to the job that you've entrusted to me.

»Zu oft hat Christian Lindner kleinkariert parteipolitisch taktiert. Zu oft hat er mein Vertrauen gebrochen. So ist ernsthafte Regierungsarbeit nicht möglich«

Pressestatement des Bundeskanzlers Olaf Scholz zur Entlassung des Finanzministers Christian Lindner, 6.11.2024

Zu oft wurden die nötigen Kompromisse übertönt durch öffentlich inszenierten Streit und laute ideologische Forderungen. Zu oft hat Bundesminister Lindner Gesetze sachfremd blockiert. Zu oft hat er kleinkariert parteipolitisch taktiert. Zu oft hat er mein Vertrauen gebrochen. Sogar die Einigung auf den Haushalt hat er einseitig wieder aufgekündigt, nachdem wir uns in langen Verhandlungen bereits darauf verständigt hatten. So ist ernsthafte Regierungsarbeit nicht möglich.

»Deutschland braucht eine Debatte darüber, wie Staat und Zivilgesellschaft jüdisches Leben schützen können, ohne Minderheiten gegeneinander auszuspielen«

Offener Brief von Akteuren aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft, 4.11.2024

Das Leben und die Sicherheit aller Menschen gleich welcher Herkunft, Identität oder Religionszugehörigkeit muss in Deutschland allumfassend geschützt sein; das ist unsere verfassungsmäßige Pflicht sowie unser Auftrag angesichts unserer besonderen historischen Verantwortung gegenüber Jüdinnen und Juden und anderen Minderheiten in Deutschland.

»Die Blockade des Biodiversitätsfonds durch die EU hat die Gräben zwischen Industriestaaten und Ländern des Globalen Südens vertieft«

Stellungnahme von Greenpeace nach der COP16, 2.11.2024

Positiv ist, dass in Cali die Rolle indigener Gemeinschaften für internationale Naturschutzbemühungen mit einer historischen Entscheidung gestärkt wurde! Begrüßenswert ist auch, dass der Meeresschutz vorangebracht wurde. Und ein klarer Appell an die anstehende Klimakonferenz in Baku soll Klima- und Naturschutz besser verzahnen.

»Es gibt kein Grundrecht auf BAföG, das sich unmittelbar aus dem Grundgesetz ableitet«

Urteil des Bundesverfassungsgerichts, 30.10.2024

Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass § 13 Abs. 1 Nr. 2 des Bundesausbildungsförderungsgesetzes (BAföG) in der von Oktober 2014 bis Februar 2015 geltenden Fassung (a.F.), soweit die Regelung Auszubildende in staatlichen Hochschulen betrifft, mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

»Wir bringen unser Besorgnis über die Bedingungen der Wahl in Georgien zum Ausdruck«

Bericht der Organization for Security and Co-Operation in Europe (OSCE), 27.10.2024 (engl. Original)

While voters were offered a choice between 18 candidate lists and candidates could generally campaign freely, Georgia’s parliamentary elections were marred by entrenched polarization and concerns over recently adopted legislation and its impact on fundamental freedoms and civil society, as well as highly divisive campaign rhetoric and widespread reports of pressure on voters, international observers said in a statement today.

»Wir glauben, dass Kamala Harris die weitaus bessere Kandidatin für unsere Wirtschaft ist würde als Donald Trump«

Offener Brief von 23 Wirtschaftsnobelpreisträger:innen, 23.10.2024 (engl. Orinigal)

We, the undersigned, believe that Kamala Harris would be a far better steward of our economy than Donald Trump and we support her candidacy.

The details of the presidential candidates’ economic programs are not fully laid out yet, but what they’ve said, combined with what they’ve done in the past, gives us a clear picture of alternative economic visions, policies, and practices.

»Nordkoreas Rüstungspolitik ist eine indirekte Sicherheitsbedrohung für Europa«

Bericht der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP), 21.10.2024

Spätestens seitdem Russland nordkoreanische Artillerie und ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt hat, ist offensichtlich, dass Pjöngjang weit über Nordostasien hinaus Konflikte schürt. Die Qualität, mit der Nordkorea Europas Sicherheit und Stabilität mittelbar bedroht, ist dabei jedoch neu: Mit seinen Munitionslieferungen für Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten unterstützt Pjöngjang aktiv Russ­lands und Irans sicherheitspolitische Ziele.

»Die GEAS-Reform liefert keine Antworten auf die brennenden migrationspolitischen Herausforderungen«

Stellungnahme der Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen e. V. (VDJ), 21.10.2024

Offensichtlich ist, dass der vermeintliche Konsens zwischen den EU-Mitgliedstaaten bereits kurz nach Beschlussfassung des GEAS aufgekündigt wurde. Regierungen in Europa wählen weiterhin nationale Alleingänge und stellen Vereinbarungen des GEAS wieder infrage. Alleine in den letzten Wochen hat die niederländische Regierung einen rechtlich unhaltbaren Notstand gegenüber der EU-Kommission notifiziert und die polnische Regierung plant eine partielle Aussetzung des Asylrechts.

»Eine Staatsräson, die bei den Menschenrechten und dem Völkerrecht doppelte Standards anlegt, nützt niemandem und trägt auch nicht zur Sicherheit Israels bei«

Forderung von breitem NGO-Bündnis, 18.10.2024

Wir erleben eine erschütternde Eskalation an Gewalt und Leid in Palästina und Israel. Im aktuellen Krieg sind seit dem 7. Oktober 2023 bereits über 42.000 Menschen in Palästina und über 1.200 Menschen in Israel getötet worden. Etwa 100 Geiseln befinden sich noch immer in Gaza. Mindestens 95.000 Palästinenser:innen wurden verwundet und Unzählige werden vermisst.

»Dieser Gesetzentwurf zeigt auf, wie ein selbstbestimmter Schwangerschaftsabbruch verfassungskonform entkriminalisiert werden kann«

Gesetzesentwurf zur Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs von 26 Fachverbänden, 17.10.2024

Die derzeitige gesetzliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs enthält Widersprüche, etwa indem sie mit der Beratungslösung (§ 218a Abs. 1 Nr. 1 StGB) ein gesetzliches Verfahren regelt, dessen Einhaltung dennoch nicht zur Rechtmäßigkeit des Schwangerschaftsabbruchs führen kann. Sie richtet mit der Beratungspflicht und der verpflichtenden Wartefrist von drei Tagen in der Frühphase der Schwangerschaft Zugangshürden auf, die die medizinische Versorgung erschweren und sich abschreckend auf die Bereitstellung von Schwangerschaftsabbrüchen auswirken, denn die Teilnahme an der Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen auf Verlangen bleibt für das medizinische Personal eine Mitwirkung an einem gesetzlich rechtswidrigen Verfahren.

»Mit einem vorzeitigen Abbruch des Bundesaufnahmeprogramms Afghanistan würde die Bundesregierung weder ihrer humanitären Verantwortung noch einer feministischen Außenpolitik gerecht werden«

Appell von acht NGOs, 17.10.2024

Nach jahrzehntelangem Engagement in Afghanistan und dem ungeregelten Abzug 2021 haben wir eine Schutzverantwortung gegenüber den Menschen in Afghanistan. Die Bundesregierung hat wiederholt zugesagt, den Menschen in Afghanistan schnell und unbürokratisch zu unterstützen – nicht nur vor Ort, sondern auch hier in Deutschland.