Dokumente zum Zeitgeschehen

Dokumente zum Zeitgeschehen

»Fossile Energien sind im Niedergang«

Studie von Carbon Tracker, 4.6.2020 (engl. Originalfassung)

The fossil fuel system is being disrupted by the forces of cheaper renewable technologies and more aggressive government policies. In one sector after another these are driving peak demand, which leads to lower prices, less profit, and stranded assets. The COVID-19 crisis is now accelerating this.

»George Floyds Geschichte ist seit 400 Jahren die Geschichte der Schwarzen Amerikaner«

Trauerrede von Reverend Al Sharpton, 4.6.2020 (engl. Originalfassung)

I want us to not sit here and act like we had a funeral on the schedule. George Floyd should not be among the deceased. He did not die of common health conditions. He died of a common American criminal justice malfunction. He died because of there has not been the corrective behavior that has taught this country that if you commit a crime, it does not matter whether you wear blue jeans or a blue uniform, you must pay for the crime you commit.

»Mit Osman Kavala ist ein Menschenfreund in Haft«

Aufrufe der Artists United for Osman Kavala, 3.6.2020

Unter dem Titel „Artists United for Osman Kavala“ haben namhafte Vertreter*innen aus Kunst, Politik und Zivilgesellschaft eine Initiative gestartet, um internationale Öffentlichkeit zu schaffen für den Fall des inhaftierten Osman Kavala und um seine Weggefährt*innen in der Türkei zu unterstützen.

»Häusliche Gewalt während der Corona-Pandemie«

Studie der TU München, 2.6.2020

Rund 3 Prozent der Frauen in Deutschland wurden in der Zeit der strengen Kontaktbeschränkungen zu Hause Opfer körperlicher Gewalt, 3,6 Prozent wurden von ihrem Partner vergewaltigt. In 6,5 Prozent aller Haushalte wurden Kinder gewalttätig bestraft. Dies zeigt die erste große repräsentative Umfrage zu häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie. Waren die Frauen in Quarantäne oder hatten die Familien finanzielle Sorgen, lagen die Zahlen deutlich höher. Nur ein sehr kleiner Teil der betroffenen Frauen nutzte Hilfsangebote.

»Die subjektive Einsamkeit steigt sehr stark an«

Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und des Socio-Economic Panel, 2.6.2020

Die vorliegende Studie vergleicht das Niveau der selbstberichteten psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens in Deutschland zu Beginn der Corona-Krise (April 2020) mit den der Vorjahre.

»Jeder vierte Soloselbstständige fürchtet, in den nächsten zwölf Monaten seinen Beruf aufgeben zu müssen«

Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, 27.5.2020

Jeder vierte Befragte hält es für sehr wahrscheinlich, die eigene Soloselbstständigkeit in den nächsten zwölf Monaten aufgeben zu müssen. Bei knapp 60 Prozent der Befragten ist der monatliche Umsatz um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Jeder zweite Befragte konnte seine Tätigkeit zum Zeitpunkt der Umfrage nicht mehr ausüben. Mehr als die Hälfte der Befragten haben Soforthilfe von Bund oder Land beantragt, die auf drei Monate angelegt ist. Allerdings erwarten 35 Prozent der Befragten, dass die Phase der deutlich niedrigeren Umsätze länger als sechs Monate anhalten wird.

»Die Familien als Seismograph der Krise«

Studie der Universitäten Hildesheim und Frankfurt a.M., 27.5.2020

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den Alltag vieler Familien in erheblichem Umfang verändert. Wie es Eltern und ihren Kindern damit geht, wie ihr aktuelles Wohlbefinden ist, was ihren Alltag kennzeichnet, wie die Passung zu den Regelungen der Kitabetreuung, Schulöffnung und auch der Arbeitgeber*innen ist – dies sind die Kernfragen der Onlinebefragung „KiCo“, welche im Zeitraum vom 24.04.2020 bis 03.05.2020 durchgeführt wurde.

»Jeder Fünfte ist in der Coronakrise offen für Verschwörungstheorien«

Untersuchung von infratest dimap, 27.5.2020

Wer Social Media-Plattformen in der Corona-Berichterstattung als glaubwürdige Informationsanbieter wahrnimmt, neigt etwa doppelt so häufig (25 Prozent) zu Verschwörungstheorien wie Bundesbürger, die beispielsweise den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (11 Prozent) oder die Printmedien (13 Prozent) als glaubwürdige Medien einordnen.

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»Arbeit: Demokratisieren, dekommodifizieren, nachhaltig gestalten«

Internationaler Aufruf von Wissenschaftlern, 25.5.2020

Arbeitende Menschen sind sehr viel mehr als bloße "Ressourcen". Dies ist eine der zentralen Lehren aus der gegenwärtigen Krise. Die Pflege von Kranken, die Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen lebensnotwendigen Gütern, die Beseitigung unseres Abfalls, das Auffüllen der Regale und das Bedienen der Kassen in unseren Lebensmittelgeschäften – die Menschen, die das Leben durch die COVID-19 - Pandemie hindurch am Laufen halten, sind der lebende Beweis dafür, dass Arbeit nicht auf eine bloße Ware reduziert werden kann.

»Für einen gesunden Aufschwung nach der Coronakrise«

Globaler Aufruf von Beschäftigten im Gesundheitswesen an die G20, 26.5.2020 (engl. Originalfassung)

Health professionals stand united in support of a pragmatic, science-based approach to managing the COVID-19 pandemic. In that same spirit, we also stand united in support of a #HealthyRecovery from this crisis.

We have witnessed first hand how fragile communities can be when their health, food security and freedom to work are interrupted by a common threat. The layers of this ongoing tragedy are many, and magnified by inequality and underinvestment in public health systems. We have witnessed death, disease and mental distress at levels not seen for decades.

»Setzen Sie sich für mehr Rüstungskontrolle ein«

Aufruf der Friedensorganisation IPPNW an die Bundesregierung, 26.5.2020

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW ruft die Bundesregierung auf, sich aktiver für den Erhalt der Rüstungskontrolle einzusetzen. Angesichts der Kündigung mehrerer Rüstungskontrollverträge wie dem INF-Vertrag, dem Iran-Abkommen und jetzt neuerdings dem Vertrag zum offenen Himmel (Open Skies Treaty), sollten Außenminister Heiko Maas und Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Einfluss geltend machen, um vor allem die USA an den Verhandlungstisch mit den jeweiligen Vertragspartnern zu holen. Laut Medienberichten hat die US-Administration sogar erwogen, wieder Atomtests aufzunehmen.

»Für einen wirtschaftlichen Erholungsfonds im Umfang von 500 Mrd. Euro«

Deutsch-französische Initiative zur wirtschaftlichen Erholung Europas, 18.5.2020

Die gegenwärtige Krise ist mit keiner Krise zuvor in der Geschichte der Europäischen Union vergleichbar. Kein Mensch, kein Arbeitsplatz und kein Unternehmen bleibt von diesem globalen Schock verschont. Während unsere Gesellschaften und Volkswirtschaften langsam ihren Weg aus den strengen Einschränkungen der letzten Zeit finden, sind wir weiterhin mit außerordentlichen Unsicherheiten konfrontiert. Unser Ziel indes ist klar: Europa wird diese Krise geeint bewältigen und wir werden gestärkt aus ihr hervorgehen.

»Die Verwahrung von Asylbewerbern in der Transitzone Röszke an der serbisch-ungarischen Grenze ist als „Haft“einzustufen«

Urteil des Europäischen Gerichtshofes, 14.5.2020

In dem am 14.Mai2020 im Eilverfahren ergangenen Urteil Országos Idegenrendészeti Főigazgatóság Dél-alföldi Regionális Igazgatóság (C-924/19PPU und C-925/19PPU) hat sich die Große Kammer des Gerichtshof im Zusammenhang mit der ungarischen Regelung des Asylrechts und der Rückführung illegal aufhältiger Drittstaatsangehöriger mit einer ganzen Reihe von Fragen zur Auslegung der Richtlinien 2008/1151 (im Folgenden: Rückführungsrichtlinie), 2013/322 (im Folgenden: Verfahrensrichtlinie) und 2013/333( Aufnahmerichtlinie) befasst.

»Für generelle Tempolimits auf Bundesautobahnen«

Positionspapier des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, 12.5.2020

Der Vorstand des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) fordert generelle Tempolimits für alle Kfz auf Bundesautobahnen. Die Verkehrssicherheitsorganisation geht davon aus, dass die Zahl der Verkehrsopfer durch diese Maßnahme sinken wird.

»Impulse für eine zukunftsfähige Ökonomik«

Positionspapier des Netzwerks Plurale Ökonomik, 12.5.2020

Mit dem Impulspapier bekräftigt das Netzwerk Plurale Ökonomik seine Forderung nach einer Zielgröße von 20 Prozent heterodoxer Lehrstühle an allen deutschsprachigen Hochschulen und mehr Diversität im Lehrpersonal. Damit sollen insbesondere jene Ökonom*innen gefördert werden, die für Theorien- und Methodenvielfalt sowie Interdisziplinarität einstehen und in mindestens einem heterodoxen Forschungsparadigma etabliert sind, wie bspw. Ökologischer Ökonomik, Feministischer Ökonomik oder Postkeynesianismus.

»In Syrien gab es illegale Attacken auf Krankenhäuser«

Bericht von Amnesty International, 11.5.2020 (engl. Originalfassung)

etween December 2019 and March 2020, the Syrian government,backed by its ally Russia,subjected civilians in opposition-held areasin north-west Syriato a new wave of horrors. In an all-too-familiar pattern, attacks from the air and the ground repeatedly struck residential areas and crucial infrastructure. Yet even by the standards of this calamitous nine-year crisis, the resulting displacement and humanitarian emergencywere unprecedented.

»Der Meeresspiegel könnte bis 2100 um mehr als einen Meter steigen«

Bericht des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, 8.5.2020

Global mean sea-level rise could exceed 1 metres by 2100 and 5 metres by 2300 with unchecked emissions, a survey among 100 leading international experts finds. The risk assessment is based on the increasing body of knowledge of the systems involved – while the scientists highlight the remaining uncertainties, they say it is clear now that previous sea-level rise estimates have been too low. The study led by scientists of Nanyang Technological University, Singapore (NTU Singapore) appears today in the Nature partner journal Climate and Atmospheric Science.

»Es gibt keine Erlösung von unserer Geschichte«

Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, 8.5.2020

Heute vor 75 Jahren ist in Europa der Zweite Weltkrieg zu Ende gegangen.

Der 8. Mai 1945 war das Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, das Ende von Bombennächten und Todesmärschen, das Ende beispielloser deutscher Verbrechen und des Zivilisationsbruches der Shoah. Hier in Berlin, wo der Vernichtungskrieg erdacht und entfesselt worden war und wohin er mit aller Wucht der Zerstörung zurückkehrte – hier in Berlin wollten wir heute gemeinsam erinnern.

»Der Klimawandel könnte zu unerträglicher Hitze und Feuchtigkeit führen«

Studie in ScienceAdvances, 8.5.2020 (engl. Originalfassung)

Humans’ ability to efficiently shed heat has enabled us to range over every continent, but a wet-bulb temperature (TW) of 35°C marks our upper physiological limit, and much lower values have serious health and productivity impacts. Climate models project the first 35°C TW occurrences by the mid-21st century. However, a comprehensive evaluation of weather station data shows that some coastal subtropical locations have already reported a TW of 35°C and that extreme humid heat overall has more than doubled in frequency since 1979.

»Die Beschlüsse der EZB zum Staatsanleihekaufprogramm sind kompetenzwidrig«

Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, 5.5.2020

1. Stellt sich bei einer Ultra-vires- oder Identitätskontrolle die Frage nach der Gültigkeit oder Auslegung einer Maßnahme von Organen, Einrichtungen und sonstigen Stellen der Europäischen Union, so legt das Bundesverfassungsgericht seiner Prüfung grundsätzlich den Inhalt und die Beurteilung zugrunde, die die Maßnahme durch den Gerichtshof der Europäischen Union erhalten hat.

»Ein Drittel der Weltbevölkerung könnte 2070 unter großer Hitze leiden«

Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences der USA (PNAS), 4.5.2020 (engl. Originalfassung)

All species have an environmental niche, and despite technological advances, humans are unlikely to be an exception. Here, we demonstrate that for millennia, human populations have resided in the same narrow part of the climatic envelope available on the globe, characterized by a major mode around ∼11 °C to 15 °C mean annual temperature (MAT).

»Mindestens 2,1 Millionen Beschäftigten in Deutschland wird paritätische Mitbestimmung vorenthalten«

Studie der Hans-Böckler-Stiftung, 28.4.2020

Unternehmen, in denen die Beschäftigten über Betriebsräte und Vertreterinnen und Vertreter im Aufsichtsrat mitbestimmen, bieten bessere Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig verfolgen mitbestimmte Unternehmen häufiger ein forschungs- und qualitätsorientiertes Geschäftsmodell und weisen im Mittel bei zentralen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen bessere Ergebnisse auf.

»Mehr Binnenflüchtlinge als je zuvor«

Bericht der Internationalen Beobachtungsstelle für intern Vertriebene (IDMC), 28.4.2020 (engl. Originalfassung)

Most of the new displacements triggered by conflict and violence in 2019 were recorded in sub-Saharan Africa and the Middle East and north Africa. An unprecedented number were recorded in Burkina Faso, and significant increases were seen in Mali and Libya.

Most of the new displacements triggered by disasters in 2019 were recorded in East Asia and Pacific and South Asia. Monsoon rains, floods and tropical storms hit highly exposed areas that are home to millions of people.