Biographie von Irene Runge

Irene Runge, geb. 1942 in New York, Dr. oec., 1949 Übersiedlung aus den USA McCarthys in die DDR, Publizistin, schrieb für den renommierten "Sonntag", ehem. Vorsitzende des Jüdischen Kulturvereins in Berlin.

Im Folgenden finden Sie sämtliche »Blätter«-Beiträge von Irene Runge.

Irene Runge in den »Blättern«

Das jüdische Kontingent

Das geänderte Verfahren für den Prozess einer neu gefassten „jüdischen Einwanderung“ in die Bundesrepublik steht unmittelbar vor seiner Verabschiedung: Das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren ist bereits abgeschlossen; das neue Gesetz muss nur noch durch den Bundespräsidenten ausgefertigt und anschließend im Bundesgesetzblatt verkündet werden, damit es in Kraft treten kann.

Die Zukunft jüdischer Einwanderung

Am Rande der dreijährigen Verhandlungen über ein Zuwanderungsgesetz wurde erstmals seit 1991 auch an der Kontingentregelung für jüdische Einwanderinnen und Einwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion gerüttelt.

Einwanderung nach Halacha?

21 Mitglieder hatte der Bundesinnenminister in die Unabhängige Kommission „Zuwanderung“ unter Leitung von Rita Süssmuth berufen. Der Bundesregierung wurden 323 Seiten Vorschläge angeboten. Der Minister bedankte sich und stellte seinen eigenen Entwurf vor, der, soweit die Ausschnitte es erkennen lassen, vor allem durch Rationalität überzeugen will.

Eliten, die keine sein wollten

Wenn ich lese, was heute unter dem Sammelbegriff "Vergangenheitsbewältigung" als DDR-Geschichtsdeutung angeboten wird, fällt es mir oft schwer, in diesem Puzzle die mir bekannte Vergangenheit zu erkennen.

Das erste Lehrjahr West

"Es kommen bessere Zeiten", lautet seit Monaten die frohe Botschaft, und wie nicht anders zu erwarten zeigt sich, daß manche wirklich ihr Glück gemacht haben. Wer allerdings heute das Wort Glück ausspricht, meint schon lange nicht mehr die Urlaubsreise in der Hochsaison oder den trickreich vorfristig erworbenen hellgrünen Trabi.

Kommen und Bleiben

Es sollen wirklich nicht mehr als 5000 sowjetische Juden sein, die zwischen April 1990 und Frühjahr 1991 nach Deutschland eingereist sind. Das zumindest läßt sich allgemeinen Erkenntnissen entnehmen, die in Abständen Schlagzeilen machen. 5000 Menschen, Männer und Frauen, Kinder und Alte, die dabei sind, in Berlin und anderswo heimisch zu werden.

Die Moral und der Krieg

Der Krieg ist vorbei, vorbei sind die bangen Sekunden am frühen Morgen um die erste Nachricht des Tages. Nein, jetzt geht es nicht mehr um Raketen auf Israel. Der Alltag ist zurückgekehrt, die Flugzeuge fliegen wieder nach Tel Aviv, und der für gewöhnlich rauhe Umgangston regelt erneut die Beziehungen.

Die DDR in uns

Ich würde mich lieber mit England vereinen, monarchistisch denken und an meiner romantischen Idee von gestandener Demokratie festhalten, von der sie auf der Insel sagen, sie wäre dem englischen Rasen vergleichbar: 200 Jahre lang wachsen lassen, Voraussetzung ist tägliche Pflege und ein entsprechendes Klima.

Die Grauzone des Wartens

Die friedliche Revolution hat Folgen gezeitigt, die Phase der Restauration, Begleiterscheinung jeder Umwälzung, löst deutliches Unbehagen aus. Das Wort Stalinismus ist en vogue, die Vergangenheit gibt sich passé, die Zukunft ist ungewiß. Über die spezifisch deutsche Vorgeschichte wird bislang kaum aufs Neue nachgedacht.

Ideologieleere, aufgefüllt mit Hass

Den anderen Völkern sind wir vor allem Fremde, für die sie Stereotype wie ordentlich, pünktlich, diszipliniert, sauber, autoritär und familienorientiert bereithalten. Gastfreundschaft, Humor und Genußfähigkeit gelten nicht gerade als deutsche Grundeigenschaften.