Langsam begreift es das Ausland. Deutschland ist feige geworden. Ganz anders als befürchtet.
Langsam begreift es das Ausland. Deutschland ist feige geworden. Ganz anders als befürchtet.
Das Bild, daß die Medien gegenwärtig über die Jugend Ostdeutschlands vermitteln, ist mehr oder weniger eindeutig.
In 10 bis 15 Jahren, das hat uns der Politikwissenschaftler Hans-Peter Schwarz verraten, werden wir auf fundierte Erträge zeitgeschichtlicher Forschung über Einheit und Vereinigung zurückgreifen können. Über Bewertungen hat er sich nicht geäußert.
1. Mißglückte Systembegegnung
Ernüchterung und Enttäuschung sind eingezogen, wenn es um die Hoffnungen geht, die sich mit den friedlichen Revolutionen des Herbstes 1989 verbanden. Auf den Straßen von Leipzig, Berlin und Prag, von Budapest und Sofia schien ein neuer Völkerfrühling anzubrechen.
Die gegenwärtig sich vollziehende Zerstörung des Wissenschaftspotentials der ehemaligen DDR beunruhigt viele Wissenschaftler.
Die am häufigsten bemühte Metapher der deutsch-deutschen Vereinigung ist die des Liebespaares, das durch widrige Umstände und böse Mächte lang nicht zueinander kommen konnte und unzähliche Hindernisse überwinden mußte, um sich endlich zu kriegen. Auch das Medienspektakel schien oft auf diese Metapher hin inszeniert.
Vom Zusammenwachsen war die Rede.
Es war ein naßkalter und düsterer Abend als ich 1984 im Anschluß an eine Lesung in der Galerie Unter den Linden, schräg gegenüber der sowjetischen Botschaft, ein Buch erwarb, das mich nicht sonderlich interessierte. Zum Kauf animierten mich weder Text noch Autor, sondern ein Bild (Abbildung 1 siehe PDF Datei).
Die redaktionellen Vorhaben, nach einem Jahr Einheit ostdeutsche Autorinnen und Autoren Bilanz ziehen zu lassen, durchbrechen wir mit dem nachstehenden Zwischenruf des Hamburger Richters Bernd Hahnfeld zur laufenden "Stasi"-Debatte.
1. In den Abendstunden des 10. November 1989 schoben sich noch immer Zehntausende ausgelassener Menschen über den Westberliner Kurfürstendamm. Seit der unerwarteten Grenzöffnung, die die Abschottung der DDR und bald darauf diese selbst beendete, waren gerade vierundzwanzig Stunden vergangen; genug, um bei den sich überstürzenden Ereignissen außer Atem zu geraten.
In New York und in Mannheim haben die Straßen keine Namen sondern Nummern. Ein glücklicher Einfall der Stadtväter, der ihnen viele Scherereien erspart hat. Zahlen sind feststehend und auch unpolitisch. Ihre Wertigkeit verändert sich nicht, wenn ein neuer Landesfürst den Thron besteigt oder von einer Volkserhebung hinuntergestürzt wird.
"Es kommen bessere Zeiten", lautet seit Monaten die frohe Botschaft, und wie nicht anders zu erwarten zeigt sich, daß manche wirklich ihr Glück gemacht haben. Wer allerdings heute das Wort Glück ausspricht, meint schon lange nicht mehr die Urlaubsreise in der Hochsaison oder den trickreich vorfristig erworbenen hellgrünen Trabi.
I. Historische Errungenschaften - mit Defiziten
Bücher, die unter dem Namen amtierender Politiker in Umlauf gebracht werden, finden in der Regel wenig Beachtung. Und zu recht, denn in der Regel kommen solche PR-Erzeugnisse über die branchenüblichen Sprechblasen kaum hinaus.
Hinterher ist man immer klüger. Bei der deutschen Vereinigung ist das nicht so; das Jahr Eins hat dieses Sprichwort offenbar widerlegt. Nicht schlauer sind wir, sondern vieles ist noch ungewisser als zuvor. Für den neudeutschen Politikstil ist das freilich kein Grund, den Mahnern von gestern die Ehre zu erweisen.
Moderne Videogeräte haben eine nützliche technische Einrichtung: das Video-Programming-System (VPS) startet die Aufnahme, einem Sendersignal folgend, unabhängig von der Uhrzeit erst dann, wenn die aufzuzeichnende Sendung wirklich beginnt.
"Es mehren sich die Anzeichen, daß die rasante Talfahrt der ostdeutschen Wirtschaft zu Ende gegangen ist." So der verhalten optimistische Grundton in vielen Analysen der ostdeutschen Wirtschaft, hier in dem gemeinsamen Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) und des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) über "Gesamtwirtschaftliche u
6.9. - U d S S R. Der neugeschaffene Staatsrat (vgl. "Blätter", 1O/1991, S. 1278 f.) tritt unter Vorsitz von Präsident Gorbatschow in Moskau zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. In einem Beschluß wird die Unabhängigkeit Estlands, Lettlands und Litauens formell anerkannt.