Japans 3/11
Der 11. März 2011, 3/11, ist für Japan, was 9/11 für Amerika war. In Zukunft, so ein politischer Kommentator, wird man die Geschichte Japans in die Zeit vor und nach diesem Beben einteilen.
Der 11. März 2011, 3/11, ist für Japan, was 9/11 für Amerika war. In Zukunft, so ein politischer Kommentator, wird man die Geschichte Japans in die Zeit vor und nach diesem Beben einteilen.
Auch wenn es fatal ist und zynisch klingt: Der atomare GAU in Fukushima hat das berühmte Gelegenheitsfenster aufgestoßen, der Welt, wie wir sie kannten, ein Ende zu bereiten. Die Chance für einen neuen politischen und wirtschaftlichen Unternehmergeist ist da. Oder muss man bereits sagen, die Chance, sie war da?
Die jüngsten Erfolge der Grünen bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zeigen, wie weit die Partei inzwischen in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist. Saskia Richters Biographie über Petra Kelly, die grüne Lichtgestalt der Gründungszeit, ruft eindringlich in Erinnerung, was die Protagonisten dabei hinter sich gelassen haben.
„Wenn alles verstrahlt ist, hilft auch kein Mindestlohn“, kommentierte der Co-Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst, das gute Abschneiden der Grünen und die Misserfolge der Linkspartei bei den jüngsten Landtagswahlen Ende März 2011. In der Tat: Die Katastrophe von Fukushima hat politische Konzepte und Strategien nicht nur in Japan obsolet gemacht.
Keine zwei Monate sind seit der Atomkatastrophe von Fukushima vergangen – und längst machen jene wieder mobil, die in der Anti-AKW-Bewegung nur eine Form der Hysterie sehen wollen. Dieser Vorwurf ist fast so alt wie die neue Umweltbewegung selbst. Diese setzte auf dem ganzen Planeten zu Beginn der 1970er Jahre ein.
Nach Tschernobyl und Harrisburg, Majak und Windscale wird sich ein weiterer Ort des nuklearen Grauens in unser Gedächtnis einbrennen: Fukushima! Auch hier hat die „friedliche Nutzung der Kernenergie“ ihre wahrhaft unfriedliche Seite gezeigt. Auch hier hat sich die Kategorie des Restrisikos als fatale Verharmlosung erwiesen, als Wunschdenken der Atomkraftbefürworter.
Alle Welt redet von erneuerbaren Energien, mit Sympathie wie für schönes Wetter. Kaum jemand bestreitet noch, dass sie die Perspektive für die Energieversorgung der Menschheit darstellen. Doch dieser Wahrnehmungswandel ist erst wenige Jahre alt. Die weltweite Aufmerksamkeit entstand gegen den politischen, wirtschaftlichen und publizistischen Mainstream der Energiediskussion.
„India Shining“, strahlendes Indien, lautete der Slogan einer Wahlkampagne, die eine Werbeagentur 2004 im Auftrag der damals regierenden hindunationalistischen Bharatiya Janata Party (BJP) kreierte.
Die dramatischen Bilder der nach einem Dammbruch von giftigem Rotschlamm überfluteten ungarischen Dörfer gingen um die ganze Welt. Mit bislang zehn Toten, etwa 130 Verletzten, zahlreichen unbewohnbar gewordenen Häusern und über 1000 Hektar kontaminierten Feldern handelt es sich um die größte ökologische Katastrophe in der modernen Geschichte des Landes.
Lester Brown, der Gründer des World Watch Institute und heutige Direktor des Earth Policy Institute in Washington, fordert in seinem Buch „Plan B“ den Wechsel zu erneuerbaren Energien mit einer politischen Kraftanstrengung, die einer wartime mobilization in „Blitzgeschwindigkeit” entspricht. Er erinnert daran, wie US-Präsident Franklin D.
Wahrscheinlich werden wir uns hier in Europa erst wieder bei den Jahresrückblicken daran erinnern, was in diesem Jahr im Golf von Mexiko passiert ist. Ohne die Kameras am Meeresgrund, die erst nach einer Anweisung des US-Kongresses angeschaltet wurden, wäre das Desaster von uns, die wir nicht betroffen sind, womöglich schon nach wenigen Tagen vergessen gewesen.
Fragen des Verkehrs sind in modernen Menschen tief verwurzelt. Kein Mensch, der in Europa aufgewachsen ist, käme heute mehr auf die Idee, dass Dinge wie Einbahnstraßen, Zebrastreifen, Autobahnen, Ampeln, Parkuhren usw.
Die Bedeutung Hermann Scheers für die Energiewende in Deutschland und der Welt lässt sich kaum übertreiben. Er hatte die Kühnheit, bereits für die Solarenergie einzutreten, als noch kaum jemand – auch nicht in Fachwelt und Politik – verstand, dass wir weg müssen von unserer Ölabhängigkeit.
Der zunehmende Rohstoffhunger und das durch den Klimawandel ausgelöste fortschreitende Abschmelzen des ewigen Eises haben in den letzten Jahren den „Kampf um den Nordpol“ intensiviert.
Erst war es angeblich nur ein Leck, aus dem nach dem Untergang der Bohrinsel Deepwater Horizon Öl in den Golf von Mexiko tröpfelte. Man habe alles fest im Griff, erklärte der Konzern BP.
Der Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko hat die größte Ölkatastrophe verursacht, die die Vereinigten Staaten in ihrer Geschichte erlebt haben. Alle Versuche, das Austreten des Öls zu stoppen, sind bislang gescheitert.
Ein halbes Jahr nach dem Scheitern der Klimakonferenz von Kopenhagen und ein halbes Jahr vor dem nächsten Weltklimagipfel in Cancún ist das dringend benötigte Kyoto-Nachfolgeprotokoll weit und breit nicht in Sicht. Stattdessen sehen die politischen und ökonomischen Eliten ihr Heil unverändert in der Erzeugung von wirtschaftlichem Wachstum.
Die Weltwirtschaftskrise ist auch am stark exportabhängigen Südkorea nicht spurlos vorbeigegangen. Dennoch steht das Land wirtschaftlich deutlich besser da als die Konkurrenz.
Fast ein halbes Jahr, nachdem sich CDU/CSU und FDP in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigten, „die Laufzeiten deutscher Kernkraftwerke unter Einhaltung der strengen deutschen und internationalen Sicherheitsstandards zu verlängern“, herrscht immer noch Unklarheit über den von der neuen Bundesregierung verfolgten Atomkurs.
Wenn es etwas Gutes am Klimawandel gibt, dann ist es die Tatsache, dass alle Länder dieser Welt zur Kooperation gezwungen sind. Das Scheitern der Klimaverhandlungen in Kopenhagen hat jedoch dramatisch gezeigt, dass diese Zusammenarbeit nur dann funktionieren kann, wenn es Länder gibt, die den Klimaschutz tatsächlich vorantreiben.
Während in Vancouver die letzten Vorbereitungen für die 21. Olympischen Winterspiele getroffen werden, plant man an anderer Stelle längst die kommenden Olympiaden. Bereits am 2.
Wie umweltfreundlich ist Demokratie, und wie demokratiefreundlich ist der Klimawandel? Lange schien sich diese Frage von selbst zu beantworten: Die Regierungspraxis, aber auch die Forschung zur Umweltpolitik ließen zu dem beruhigenden Schluss kommen, „dass Demokratie die besseren Voraussetzungen für Umweltpolitik bietet als Autoritarismus […].
Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, erklärte jüngst die UN-Klimakonferenz im Dezember zur „vielleicht bedeutendste[n] Konferenz der Menschheitsgeschichte“. Ähnlich bezeichnete der Ökonom Nicholas Stern sie als „die wichtigste internationale Konferenz seit dem Zweiten Weltkrieg“. 1
Wir beginnen an einem schwierigen Ausgangspunkt und bewegen uns auf einem gefährlichen Weg. Die grundlegenden naturwissenschaftlichen Aspekte sind einfach und klar. Seit der industriellen Revolution haben wir Jahr für Jahr mehr Treibhausgase ausgestoßen, als der Planet absorbieren kann, vor allem während des schnellen und energieintensiven Wachstums der letzten 60 Jahre.
Die Gorleben-Story ist Geschichte – und doch wieder nicht. Wie sehr die Vergangenheit die Gegenwart und Zukunft des als atomares Endlager vorgesehenen Salzstocks überlagert, hat der jüngste Skandal um die 1983 erfolgte politische Einflussnahme auf die Gutachten in erschütternder Weise bestätigt.