Thema Geschichte

Über deutsche Normalität - Die Walser-Debatte

Mit seiner Dankrede aus Anlaß der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels ("Erfahrungen beim Verfassen einer Sonntagsrede") hat Martin Walser am 12. Oktober 1998 in der Paulskirche eine neue Runde der geschichtspolitischen Debatte in Deutschland provoziert. (Vgl.

Streit um die Koordinaten der Republik

Die Rede, die Martin Walser anläßlich seiner Auszeichnung mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels am 11. Oktober 1998 in der Frankfurter Paulskirche hielt, und Ignatz Bubis' heftiger Einspruch ("geistige Brandstiftung") haben eine anschwellende Debatte ausgelöst. Karl D.

Berlin, Potsdamer Platz

Am Potsdamer Platz in der Mitte Berlins sollen sich nach den Worten von Daimler-Benz-Vorstandsmitglied Dr. Manfred Gentz Geschichte und Zukunft miteinander verbinden. 1) Auf dem riesigen Areal entstehen derzeit neben den Bauten der Daimler-Tochter Debis das Sony-Center und Einkaufsarkaden.

Deutsche Souveränität im Rahmen eines Weststaats

Innerhalb von vier Wochen wurde im Juli 1948 der Weg zum Grundgesetz frei - obwohl es am Anfang des Monats noch nicht danach aussah. Wolfgang Benz beschreibt, wie es möglich wurde, daß statt eines provisorischen "Zweckverbandes" ein "Staat", der westdeutsche Teilstaat mit fester Einbindung in den Westen, gegründet werden konnte.

Lehrstück Papon

"Schuldig" lautete das Urteil im Prozeß gegen Maurice Papon. Schuldig wegen Mittäterschaft bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Doch mit dem Strafmaß von nur zehn Jahren wirkt das Urteil eher apologetisch als salomonisch.

Kosovo vor der Katastrophe?

Kosovo 1) gilt seit Jahren als einer der gefährlichsten Konfliktherde auf dem südlichen Balkan. Wegen der kontinuierlich steigenden Spannungen warnten Experten seit Monaten vor einer Eskalation und regionalen Ausweitung der Gewalt. Die Polizeiaktion in West-Kosovo war schon im Januar von verschiedener Seite vorausgesagt worden.

Die nationale Frage in der Revolution von 1848/49

Die Revolution von 1848/49 galt nicht nur der Durchsetzung freiheitlicher Regierungsformen in der europäischen Staatenwelt; sie war zugleich ein erster Höhepunkt der nationalen Bewegungen in Europa, die sich gegen die überkommenen dynastischen Herrschaftssysteme richteten und die Schaffung eines Europa freiheitlicher Nationalstaaten als ihr ideales Ziel proklamierten.

Verwestlichung gegen den Strich

Ein "Blätter"-Gespräch mit Norbert Frei 1998/99 jähren sich die (nach der Zäsur des 8. Mai 1945) wichtigsten Gründungsdaten der Bundesrepublik zum 50. Mal - Währungsreform, Parlamentarischer Rat, dann Grundgesetz und Start des 41 Jahre währenden "Provisoriums" am Rhein ...

Schweigen ist Raubgold

Am 1. Dezember letzten Jahres meldete die "New York Times", daß die US-Notenbank in den 50er Jahren den Inhalt von 17 Kisten mit NS-Raubgold, das von Privatpersonen stammte, eingeschmolzen und im Zuge der Entschädigungsvereinbarungen an beraubte Notenbanken weitergeleitet habe.

Was bleibt von der Wehrgemeinschaft?

Ich war dabei, als zwei Russen, Alter ca. 12-14 Jahre, deren Verbrechen darin bestand, in der Hauptkampflinie aufgegriffen zu werden, als mögliche Spione ohne Verhandlung oder ordentliches Gerichtsurteil auf Befehl des Bataillonskommandeurs von Freiwilligen erschossen wurden, nachdem sie zuvor ihr Grab selbst geschaufelt hatten.

Sechs Legenden über Wehrpflicht und Demokratie

Generationen von Sicherheitspolitikern in Uniform und in Zivil, die Militärs, die Parlamentarier, die Medien haben an der Debatte mitgewirkt, inwiefern Wehrpflicht und Demokratie aufeinander bezogen, ja geradezu komplementär seien. Diese These geriet zur Glaubensformel der Bonner Republik, aber auch der DDR.