Das deutsche Volk und seine Feinde
Seit vielen Monaten kreist das Sinnen und Trachten der Politiker, das Räsonnieren der Medien und das Grollen der Bürger um die Frage, wie man sich hierzulande der Asylbewerber erwehren kann.
Seit vielen Monaten kreist das Sinnen und Trachten der Politiker, das Räsonnieren der Medien und das Grollen der Bürger um die Frage, wie man sich hierzulande der Asylbewerber erwehren kann.
Das Heft ist großformatig und hochglanzkaschiert, die Seiten sind kartonartig fest, wenn man sie aufschlägt, um zu lesen, knistert die Klebebindung gefährlich. Es ist eine Zeitschrift - wie sie heißt, sieht, wer sie nicht kennt, erst auf den zweiten Blick: Blimp.
Ein langsamer, ganz langsamer Schwenk in Richtung links. Ein größerer Raum erschließt sich dem Blick. Er ist rechteckig, hat gegenüberliegende Doppeltüren, an einer Längsseite ist eine Art Galerie, zu der eine Treppe hinauf- und von der eine zweite wieder herabführt - oder umgekehrt. Was da oben ist, verdeckt eine Sperrholzwand.
Verwundert - und auch entrüstet - haben sich viele gefragt, was denn die Unterschriften von Leuten aus dem Westen unter dem Mitte Juli veröffentlichten Aufruf zur Gründung von "Komitees für Gerechtigkeit" (Wortlaut in "Blätter", 8/1992, S. 1023 f.) zu suchen hätten.
Vor kurzem hat der Franziskaner Leonardo Boff, eine der wichtigsten Gestalten der Theologie der Befreiung, sein Priesteramt niedergelegt und ist aus dem Orden ausgetreten. Das ist das Ende eines zwanzig Jahre währenden Kampfes mit der Großinstitution, die Boff nach Strich und Faden verwarnt und gemaßregelt, bespitzelt, kontrolliert und schikaniert hat.
Das wirkliche Leben als Salz in der Suppe der Fiktion. "Wir bewegen uns weg vom Serien-Kladderadatsch hin zur Wirklichkeit", sagt ausgerechnet der Moderator einer der neuen realitainment-Sendungen (Wortschöpfung diesmal von mir) des Kanals, der immer noch hauptsächlich mit Serien seine Werbeeinnahmen sichern muß.
Im neuen dualen System sind die privaten Anbieter von Fernsehprogrammen laut Gesetz verpflichtet, auch bildende und informative Sendungen auszustrahlen, deren Anteil an der Sendezeit festgelegt ist. Dieser Zwang führt dazu, daß solche Programmteile faktisch aus der kommerziellen Logik herausfallen: Sie unterliegen nicht dem Einschaltquoten-Diktat.
New-Age-Fans bewundern Mythen, mit denen "primitive" Völker ihrem Leben Struktur und Ordnung geben. Dabei sind die modernen USA mindestens ebenso kreativ, wenn es darum geht, Mythen zu schaffen. Ganz besonders zeigt sich das an der Legende, die sich um die Watergate-Affäre rankt.
Der technische Aufwand ist beträchtlich: sechs Diaprojektoren sind durch Computer so gesteuert, daß jeweils drei von ihnen zusammen ein einziges Bild auf eine Leinwand werfen, die gut 30 Meter breit ist. Sie sind so perfekt justiert, daß die Grenze zwischen den Drittel-Bildern kaum bemerkbar ist.
In Thomas Manns Zauberberg-Roman gewöhnen sich die Patienten nie so richtig an die dünne Luft des Kurortes Davos.
Für die "Blätter" zur aktuellen Situation und zu deutschen Perspektiven etwas zu schreiben - dieses freundliche Ansinnen erreicht mich zur Unzeit, und zwar keineswegs aus persönlichen Gründen.
Geleitet von dem Wunsch, möglichst viel von den bisherigen wissenschaftlichen Kontakten für die (in vieler Hinsicht ungewisse) Zukunft zu retten, solange das Zentralinstitut für Philosophie der ehemaligen Akademie der Wissenschaften der DDR noch existiert (und sein Ende war durch Art. 38 Einigungsvertrag und die Empfehlungen des Wissenschaftsrates für den 31.
Georgi heißt er, der Georgier und ist unheimlich georgisch.
Moderne Videogeräte haben eine nützliche technische Einrichtung: das Video-Programming-System (VPS) startet die Aufnahme, einem Sendersignal folgend, unabhängig von der Uhrzeit erst dann, wenn die aufzuzeichnende Sendung wirklich beginnt.
Die Situation im Lande hat sich in den Tagen, die seit der Zerschlagung des Putsches vergangen sind, von Grund auf geändert, Die Haupthebel der Macht entgleiten den Händen jener Kräfte, die jahrzehntelang das Land regiert haben.
Das Sekretariat und das Politbüro der KPdSU haben sich nicht gegen den Staatsstreich gestellt, das Zentralkomitee konnte keine entschiedene Position der Verurteilung und des Widerstandes einnehmen. Es hat die Kommunisten nicht für den Kampf zum Schutz der verfassungsmäßigen Gesetzlichkeit aufgerufen.
Liebe Mitbürger,
Betr.: Bezeichnung der alten und neuen Gebiete der Bundesrepublik Deutschland
"Bundesrepublik Deutschland nach dem Gebietsstand bis zum 3. Oktober 1990"
Erläuterung:
E i n K e s s e l B u n t e s war das bekannteste Unterhaltungsprogramm des DDR-Fernsehens. Als eine der wenigen Sendungen hat es die "Abwicklung" überlebt und ist ins Erste westgesamtdeutsche Programm übernommen worden.
The carnival is over: Salman Rushdie ist Moslem. Nach 700 Tagen Untergrund ist der Schriftsteller Weihnachten 1990 aus seiner irrwitzigen Zwangslage aufgetaucht: ein sog. Todesurteil, das ihm lebenslänglich die Freiheit, zu schreiben und als Mensch zu existieren, rauben sollte.
Schon lange rebellieren einflußreiche Hierarchen, Programmacher und forsche Jungredakteure auch in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten gegen das ihnen vom Staatsvertrag applizierte Korsett des B i l d u n g s a u f t r a g s.
Ein nicht mehr ganz junger Mann, der sich bislang mit Frauen höchstens auf Zeit eingelassen hat, lernt ein junges Mädchen kennen, das nicht nur seine etwas seltsame Fixierung auf die technisch-mathematische Sprech- und Denkweise seines Berufs durcheinanderbringt, sondern in ihm sogar den Wunsch auf die Ehe wach werden läßt.
Der amerikanische Krieg gegen die Medien, eigene inklusive, der die militärische Operation gegen den Irak begleitete, war ebenso erfolgreich wie die Schlacht selbst; er endete nicht nur mit einer bedingungslosen Kapitulation, sondern diese wurde vom Sieger als Bestätigung und offene Demonstration neuerlangter unbeschränkter Macht gefeiert.
In der Zeitung des Obersten Sowjets Rußlands, "Rossijskaja Gaseta", wandten sich am 18. Januar 1991 116 namhafte sowjetische Kulturschaffende und Wissenschaftler an die Öffentlichkeit. Zu den Unterzeichnern gehören u.a.
Die modernen Massenmedien sind immer dann entstanden, wenn man sie brauchte. Das erste von ihnen, welches Bilder vom Leben und von der Welt fast unbegrenzt verbreitbar machte und zugleich mit dem Anspruch auftrat, wirklichkeitsgetreu und authentisch zu sein, war die Photographie.