Thema Ostdeutschland
Selbst erkämpfte Demokratie
Mit den folgenden Beiträgen setzen wir die Reihe von Rückblicken und Ausblicken auf die DDR fort, die im letzten Heft mit Gedanken von Bärbel Bohley, Gerd und Ulrike Poppe, Jens Reich, Wolfgang Ullmann, Konrad Weiß und Rosemarie Will begonnen worden war.
Wahlflucht
Die Dezemberwahlen könnten die letzten der Bundesrepublik sein, schrieben wir im Märzheft. Im Eiltempo des Anschlußgeschehens ist nun auch dieser erste bundesdeutsche Urnengang nach der Einleitung des Vereinigungsprozesses zur Disposition gestellt worden.
Standfest
Der Umbruch in der DDR und der deutsch-deutsche Vereinigungsprozeß trafen Frankreich völlig unvorbereitet. Keines der politischen Lager steht der überfallartigen Entwicklung uneingeschränkt positiv gegenüber, auch wenn sich Paris heute den "faits accomplis" gefügt hat.
Erklärung des Direktoriums der Staatsbank der DDR vom 2. April 1990 (Wortlaut)
Wie die Staatsbank aus Veröffentlichungen der Medien in der BRD entnehmen mußte, hat der Zentralbankrat der Bundesbank im Beisein des Bundesministers der Finanzen sich dafür entschieden, der Bundesregierung für die Einführung der DM in der DDR einen Umtauschsatz von 2:1 zu empfehlen.
Entschließung des Zentralbankrates der Deutschen Bundesbank vom 29. März 1990 (Wortlaut)
Im Hinblick auf die beabsichtigte politische Vereinigung der beiden deutschen Staaten und die in diesem Zusammenhang vorgesehene Ausweitung des Währungsgebietes der D-Mark auf das Gebiet der DDR hält der Zentralbankrat folgende Regelungen im Rahmen eines Staatsvertrages mit der DDR für unerläßlich (Ziffer 1 sowie 3 bis 6) beziehungsweise wünschenswert (Ziff
Beitritt nach Artikel 23.
Auf dem Grundgesetz ruht die Hoffnung der Deutschen in Ost und West. Das Grundgesetz, die erfolgreichste Verfassung der deutschen Geschichte, hat den Deutschen der Bundesrepublik die freiheitliche und stabile Demokratie gebracht, die rechtsstaatliche Gewähr von Menschenwürde und Menschenrecht, Wohlstand und soziale Sicherheit.
Wo bleibt das Volk?
Nachdem im Herbst 1989 oppositionelle Gruppen in der DDR eine durch Zivilcourage und Gewaltlosigkeit beeindruckende demokratische Revolution ins Werk gesetzt haben, scheinen führende westdeutsche Politiker nun den elektrisierenden Ruf "Wir sind das Volk" durch eine überstürzte Einigung neutralisieren zu wollen.
Die Wirtschaft der DDR- ein Scherbenhaufen?
Der aufmerksame Zeitungsleser mit Langzeitgedächtnis stellt seit einigen Monaten einen radikalen Wechsel in Sachen DDR-Wirtschaft fest. Zwar galt die Ökonomie der DDR auch in den vergangenen Jahren als jener der BRD hoffnungslos unterlegen.
Ideologieleere, aufgefüllt mit Hass
Den anderen Völkern sind wir vor allem Fremde, für die sie Stereotype wie ordentlich, pünktlich, diszipliniert, sauber, autoritär und familienorientiert bereithalten. Gastfreundschaft, Humor und Genußfähigkeit gelten nicht gerade als deutsche Grundeigenschaften.
Was nicht zusammengehört, kann auch nicht zusammenwachsen
Der zweite Teil des Beitrags handelt vom Anzeigewert der Volkskammerwahlen vom 18. März für die Identität der DDR-Gesellschaft, die durch die Interventionen der BRD nicht zerstört worden ist.
Das Bewusstsein, in einem kleinen Land gelebt zu haben
I
Zunächst mal finde ich die Frage in dieser spekulativen Form nicht gut. Weil ich denke, man sollte den Leuten jetzt Zeit geben, in einer offenen Situation - historisch offen, gesellschaftspolitisch, kulturell und überhaupt nach allen Himmelsrichtungen offen - auszuprobieren, wer sie wirklich sind.
Not und Tugend
Karl D. Bredthauer: Herr Gaus, ist es in Ihren Augen so etwas wie Nabelschau, unverantwortliches Abschweifen von den eigentlichen Problemen der Zeit, wenn die Deutschen gegenwärtig weitgehend mit sich selbst, mit deutschen Fragen, deutschen Problemen, Hoffnungen, Ängsten beschäftigt sind?
Bundesrepublik kaputt?
Skandalöse Worte ließ Bundeskanzler Helmut Kohl kürzlich im inneren Führungsstab fallen: "Ein kluger Bundeskanzler kann und darf sein Wort nicht halten, wenn ihm dies zum Nachteil gereicht ..." Den über diese Offenheit verblüfften Führungsmitgliedern des deutschen Westlandes gab er zu bedenken: "Noch nie hat es an rechtmäßigen Gr&uum
Die Europäische Gemeinschaft und die Einigung Deutschlands
Ob - und unter welchen Voraussetzungen - die deutsch-deutsche Entwicklung mit der west- und gesamteuropäischen synchronisiert oder doch kompatibel gemacht werden kann, hängt mitentscheidend von der Rolle der EG in diesem Prozeß ab.
Über Inhalt, Funktion und Stellenwert der Artikeldebatte
In der ersten Märzhälfte 1990, in der mit der Niederschrift dieses Beitrags begonnen wird, spielt sie in der auf Orkanstärke angeschwollenen Rhetorik des deutschen Vereinigungsspektakels eine herausragende Rolle - die Debatte darüber, ob auf dem Weg gemäß Art. 23 GG oder auf dem von Art.
Von der DDR lernen...
In den bundesdeutschen Medien ist die neue Zivildienst-Verordnung der DDR vom 8. Februar 1990 kaum zur Kenntnis genommen worden jedenfalls nicht als das, was sie ist: die fortschrittlichste diesbezügliche Regelung in der internationalen Staatenwelt.
Halbe Neutralität und doppelte Sicherheit
Die offensichtlich unaufhaltsame baldige Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten bringt eine sicherheitspolitische Zwickmühle mit sich, aus der kein leichtes Entkommen möglich scheint.
Hauptstadtwende
"Einszweidrei im Sauseschritt läuft die Zeit, wir laufen mit", dichtete Wilhelm Busch.
Zwischen Abschied und Neuanfang
Der hier und da bereits angekündigte "Abschied von der BRD" findet nach dem Ergebnis der Wahl vom 18. März denn doch nicht statt, oder wenigstens nicht so, wie vermutet.
Deutschland, einig Vaterland.
Europa tritt in eine neue Etappe seiner Entwicklung ein. Das Nachkriegskapitel wird abgeschlossen. Voraussetzungen für eine friedliche und gutnachbarliche Zusammenarbeit aller Völker bilden sich heraus. Die Vereinigung der beiden deutschen Staaten rückt auf die Tagesordnung.